VIER PFOTEN-Test ergibt: Pferdefleisch auch in "Tomatensauce Bolognese"

Aufforderung an Lidl Österreich: "Produkt muss sofort aus dem Handel"

Wien (OTS) - Auch in der "Tomatensauce Bolognese" der Marke "Combino", erhältlich bei Lidl Österreich, befindet sich Pferdefleisch statt des deklarierten Rindfleischs: Das ist das Ergebnis einer von VIER PFOTEN bei der Eurofins in Auftrag gegebenen Analyse. Die Tierschutzorganisation fordert Lidl Österreich nun auf, das Produkt sofort vom Markt zu nehmen. Erst vor kurzem hat Lidl seine Tortelloni der gleichen Marke aus dem Verkehr ziehen müssen, weil nicht deklariertes Pferdefleisch gefunden worden war.
In diesem Zusammenhang fordert VIER PFOTEN erneut die Verbesserung und Ausweitung des EU-weiten Kontrollsystems. "Dieser Verbrauchertäuschung muss endlich ein Riegel vorgeschoben werden", sagt Nikola Furtenbach, Kampagnenleiterin von VIER PFOTEN. Sofort nach Bekanntwerden des Pferdefleischskandals schlugen die Tierschützer die Einführung eines Transparenzpasses vor, der sowohl den Geburtsort als auch den Mastbetrieb, die Transportstationen und den Schlachtbetrieb dokumentiert. " Mit einem solchen Pass, das jedes in der EU aufgezogene und zur Schlachtung bestimmte Tier in Form etwa einer Ohrmarke mit sich trägt, können die erforderlichen Daten zeitgerecht erfasst und somit auch kontrolliert werden" , so Furtenbach.

Die Forderung von Landwirtschaftsminister Berlakovich nach einem "Lebensmittel-Reisepass" geht in eine ähnliche Richtung. Nikola Furtenbach: "Es liegt jetzt an der österreichischen Politik, die gebotene Transparenz für den Verbraucher in Brüssel auch einzufordern. Minister Berlakovich ist gut beraten, die Interessen der österreichischen Konsumenten auf EU-Ebene entsprechend vehement zu vertreten."

Verantwortlich für die derzeitigen Skandale ist laut VIER PFOTEN der Preisdruck in der Fleischindustrie: "Produzenten versuchen die Kosten ganz extrem zu drücken, was billige Intensiv-Tierhaltung und damit schreckliche Bedingungen für die so genannten Nutztiere mit sich bringt", so Nikola Furtenbach. Allerdings zahlt auch der Mensch letztendlich drauf: "Wir zerstören uns mit Massentierhaltung und Intensiv-Landwirtschaft unsere Umwelt und damit unsere Lebensgrundlage."

Den Verbrauchern rät VIER PFOTEN, künftig bei verarbeiteten Produkten und bei Billig-Angeboten von Fleisch vorsichtig zu sein. "Wir empfehlen, den Fleischkonsum aus gesundheitlichen Gründen nicht nur einzuschränken, sondern nur Fleisch aus artgerechter Tierhaltung zu kaufen. Auch Bio-Produkte sind in jedem Fall besser als herkömmliche, da hier zumindest die Kontrollen stärker sind", meint Nikola Furtenbach abschließend.

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