Neues Volksblatt: "Banges Interesse" von Markus EBERT

Ausgabe vom 1. März 2013

Linz (OTS) - Prinzipiell könnte es uns Provinzlern ziemlich egal sein, ob die Wienerinnen und Wiener nächste Woche per Volksbefragung ihre Meinung zur ohnehin abgeblasenen Wasserprivatisierung, zum Parkpickerl oder zur erneuerbaren Energie kundtun dürfen - wäre da nicht die Frage 2, die lautet: "Soll sich die Stadt um die Austragung der Olympischen Sommerspiele 2028 bemühen?"
Das ist schon deswegen eine Mogelpackung, weil sich Wien formal gar nicht um olympische Spiele bewerben kann; das ist nämlich Sache des Österreichischen Olympischen Komitees. Dass solche Kleinigkeiten den Erfinder der Wehrpflicht-Volksbefragung, SPÖ-Bürgermeister Michael Häupl, nicht wirklich kümmern, überrascht nicht.
Aber uns steuerzahlende Provinzler kümmert, was Häupl zu Olympia sonst noch einfällt. Und da klingt es geradezu als gefährlich Drohung, was er gestern im Krone-Interview sagte: "Auf jeden Fall ist solch eine Bewerbung eine nationale Angelegenheit, die nicht Wien alleine bezahlen sollte". Kein Wunder, geht es doch um ein zwei- bis dreistelligen Millionenbetrag.
Liebe Wiener: Wer Feind seines eigenen (Steuer-)Geldes ist, der möge für Olympia stimmen. Wer freilich den Hausverstand benützt, der sollte sagen: Es gibt wichtigere Vorhaben von öffentlichem Interesse als die Häupl'schen Visionen. Und darum schauen wir mit einem gewissen bangen Interesse auf euer Abstimmungsverhalten.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt, Chefredaktion
Tel.: 0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001