Hundstorfer zu europaweitem Beschluss der Jugendgarantie: "Großer Erfolg für Europas Jugend"

Pressekonferenz der Arbeitsminister von Österreich, Frankreich und Luxemburg in Brüssel

Brüssel/Wien (OTS/BMASK) - Im Rahmen einer Pressekonferenz in Brüssel mit seinen Amtskollegen Nicolas Schmitt aus Luxemburg und Michel Sapin aus Frankreich (beide Arbeitsminister) präsentierte der österreichische Arbeits- und Sozialminister Rudolf Hundstorfer heute den Beschluss der "Jugendgarantie" auf EU-Ebene: "Mit diesem Beschluss wurde eine deutliche Botschaft gegen die Jugendarbeitslosigkeit gesetzt. Die Jugendgarantie ist besonders jetzt, angesichts der untragbar hohen Jugendarbeitslosigkeit in der EU, wichtig, denn sie schafft Chancen und Perspektiven für Jugendliche. Jugendarbeitslosigkeit hat vor allem langfristig gravierende Folgen, individuell und für die gesamte Gesellschaft", betonte Hundstorfer. ****

Beschluss der Jugendgarantie auf EU-Ebene - ein großer Erfolg für die Jugendlichen in Europa

In der neuen Budgetperiode ab 2014 werden jenen Regionen, die be-sonders von Jugendarbeitslosigkeit (AL höher als 25 Prozent) betrof-fen sind, finanzielle Unterstützungen angeboten. Für diese Initiati-ve werden 6 Milliarden Euro für den Zeitraum 2014-2020 zur Verfügung stehen (davon werden 3.000 Millionen Euro mittels gezielter Investi-tionen aus dem Europäischen Sozialfonds in den förderfähigen Regio-nen bereitgestellt, proportional zur Zahl der arbeitslosen Jugendli-chen in diesen Regionen, und 3.000 Millionen Euro aus einer eigen-ständigen Haushaltslinie "Jugendbeschäftigung"). Im aktuellen EU-Finanzrahmen sind 30 Milliarden Euro an Mitteln des Europäischen So-zialfonds (ESF) noch nicht in konkreten Aktivitäten verplant. Davon sollen bis Ende 2013 10 Milliarden Euro im Rahmen der Europäische Ausbildungs- und Beschäftigungsgarantie für Jugendliche von 15 bis 24 Jahren für eine breite Palette von Maßnahmen verwendet werden.

"Österreich hat sich von Beginn an eingesetzt, eine Jugendgaran-tie einzuführen und nun wurde sie europaweit beschlossen. Wir haben mit unserer Jugendgarantie gute Erfahrungen gemacht, den Jugendli-chen frühzeitig ein konkretes Angebot zu machen, damit sie gar nicht auf die Idee kommen, die Gesellschaft würde auf sie verzichten wol-len", unterstreicht Hundstorfer. Er wies auch darauf hin, dass die österreichische Jugendarbeitslosenquote mit 8,5 Prozent (Dezember 2012) weit unter dem europäischen Durchschnitt liege, nur Deutsch-land liege darunter. Wichtig für die geringe Jugendarbeitslosigkeit seien vor allem das breite Angebot an berufsbildenden Schulen in Verbindung mit dem dualen System sowie breite arbeitsmarktpolitische Interventionen wie Ausbildungsgarantie, Jugendcoaching, Lehrlings-coaching oder Produktionsschulen, die fortlaufend erweitert werden.

Österreichs Erfahrungen mit der Jugendgarantie

Österreich hat mit der Jugendgarantie bereits beste Erfahrungen gemacht: "Kein Jugendlicher bis 24 darf mehr als 6 Monate arbeitslos sein, jene, die keinen Arbeitsplatz finden, bekommen eine Weiterbil-dung vom Arbeitsmarktservice, wie zum Beispiel das Nachholen von Bildungsabschlüssen oder (Höher-)Qualifizierungen. Für Jugendliche zwischen 15 und 19 gibt es eine Ausbildungsgarantie, die 2008 einge-führt wurde", erklärt der Arbeitsminister. Ca. 40 Prozent der Ju-gendlichen eines Jahrgangs beginnen eine duale Ausbildung, d.h. praktisches Lernen in einem Betrieb und theoretischer Unterricht in einer Berufsschule. Da es jedoch für viele schwierig ist, eine Lehr-stelle zu finden und mehr Plätze nachgefragt als angeboten werden, wird jeder und jedem Jugendlichen ein Ausbildungsplatz garantiert. Jene Jugendlichen, die keine Lehrstelle in einem Betrieb finden, können eine vollwertige duale Ausbildung in einer überbetrieblichen Einrichtung absolvieren, die der Ausbildung in einem Betrieb voll-kommen gleichgestellt ist. Sie erhalten auch verstärkt Unterstüt-zung, zum Beispiel bei Lernschwierigkeiten. Für das Ausbildungsjahr 2012/2013 stellt das Arbeitsmarktservice wieder über 11.700 Ausbil-dungsplätze bereit.

Es wurden auch neue Akzente zur Absicherung des individuellen Ausbildungserfolges gesetzt, wie das neu eingeführte Lehrlings-coaching oder Maßnahmen zur Steigerung der Qualität der Lehre. Wenn Probleme im Betrieb auftauchen, erhalten Jugendliche und Ausbildner individuelle Unterstützung um einen Abbruch der Lehre zu vermeiden. 2012 wurde zudem auch das Jugendcoaching eingeführt. Schülerinnen und Schüler, deren Fortkommen in der Schule gefährdet ist, erhalten individuelle Betreuung durch Coaches. Außerdem werden Jugendliche, die bereits außerhalb des Schulsystems stehen (NEETS), miteinbezo-gen.

Zukünftige Strategie in Österreich

Der Weg, den Österreich künftig im Bereich der Jugendbeschäfti-gung beschreiten wird, lautet: Von der Ausbildungsgarantie zur Aus-bildungsverpflichtung. Dazu ist einerseits die Mobilisierung bzw. Integration der Zielgruppe der NEETs voranzutreiben; andererseits befindet sich eine neue Maßnahme namens "AusbildungsFit" in Planung, die für jeden Jugendlichen seinen individuellen Fähigkeiten und Be-dürfnissen entsprechend das passende Folgeangebot zum Jugendcoaching zur Verfügung stellen will.

"Jugendcoaching und Ausbildungsfit sind jedenfalls zwei Kernan-gebote auf dem Weg zur 'Bildungsgarantie bis 18' - respektive 'Aus-bildungsverpflichtung'", so Hundstorfer abschließend. (Schluss)

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Mag. Norbert Schnurrer , Pressesprecher des Sozialministers
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