ÖGB: Anerkennung von Schulabschlüssen wichtiger erster Schritt für die Durchlässigkeit

Erlass regelt, dass BMHS-AbsolventInnen nicht mehr als Lehrlinge beschäftigt werden dürfen

Wien (OTS/ÖGB) - Der ÖGB begrüßt den heutigen Erlass von Wirtschaftsminister Mitterlehner nach dem Berufsausbildungsgesetz. "Damit wird klargestellt, welche Lehrverträge nach einer bereits absolvierten Schulausbildung in einer berufsbildenden mittleren oder höheren Schule nicht mehr abgeschlossen werden dürfen - ein wichtiger Schritt in Richtung Durchlässigkeit und Anerkennung von berufsbildenden Abschlüssen", sagt Alexander Prischl, Referatsleiter für Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik.++++

"Der von uns immer wieder kritisierte Fall, dass AbsolventInnen von berufsbildenden Schulen im Anschluss nicht als vollwertige Fachkräfte mit der entsprechenden Bezahlung nach dem Kollektivvertrag, sondern als Lehrlinge im selben Beruf beschäftigt werden, sollte damit der Vergangenheit angehören", zeigt sich Prischl optimistisch.

Mit dem Erlass ist als erster Schritt für die großen Berufsgruppen eine Regelung vorhanden, die Zukunft wird zeigen, ob diese auch ausreicht oder für weitere Schulabschlüsse eine Ergänzung notwendig sein wird. Nach wie vor sieht der ÖGB in einer klaren Verordnung nach dem §28 des Berufsausbildungsgesetzes zu den Berufsberechtigungen den besseren Weg.

Offen ist auch noch die Frage, wie man mit der Anrechnung von Fertigkeiten und Kenntnissen von SchulabbrecherInnen umgeht, wenn diese nachfolgend einen facheinschlägigen Lehrberuf wählen und natürlich umgekehrt, wenn Lehrlinge in eine berufsbildende Schule wechseln. "Auch hier müssen Lösungen gefunden werden, denn wir können es uns nicht leisten, bereits erworbene Bildungsinhalte einfach zu ignorieren und somit Bildungs- und Lebenszeitressourcen zu vergeuden. Den politischen Bekenntnissen zur Anrechnung von bereits erworbenem Wissen müssen auch realpolitische Taten folgen", so ÖGB-Bildungsexperte Prischl abschließend.

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