Jugendgarantie - Regner/Brauner: EU braucht gemeinsame Kraftanstrengung, um Jugendarbeitslosigkeit einzudämmen

Sechs Milliarden im EU-Budget nicht ausreichend - Parlament will mehr Mittel zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit in Staaten mit hoher Arbeitslosenquote

Wien (OTS/SK) - Die SPÖ-EU-Abgeordnete Evelyn Regner zeigt sich erfreut, dass heute, Donnerstag, die Sozialminister den Vorschlag der Kommission zur Jugendgarantie annehmen werden. "Es ist höchst an der Zeit, dass dem Problem der Jugendarbeitslosigkeit etwas entgegengesetzt wird und die politisch Verantwortlichen erkannt haben, dass man endlich handeln muss", sagte Regner am Donnerstag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. Trotz der positiven Aspekte des Vorschlags müsse man zu bedenken geben, dass es sich nur um Empfehlungen handle und nicht um einen verbindlichen Gesetzesvorschlag. "Ich hoffe, dass die Mitgliedstaaten die heutigen Beschlüsse auch ernst nehmen und dementsprechend umsetzen. Wir brauchen eine europäische Kraftanstrengung, um den Jugendlichen eine Zukunft zu geben." ****

Das Modell der Jugendgarantie geht auf das Modellprojekt in Wien zurück. Die Wiener Ausbildungsgarantie gibt es seit 2010. Sie bietet vor allem jenen jährlich rund 3.500 Jugendlichen, die in der Privatwirtschaft keine Lehrstelle gefunden haben, in den überbetrieblichen Lehrwerkstätten einen Ausbildungsplatz. "Eine fundierte Ausbildung ist der Schlüssel für bessere Chancen in der Zukunft. Ich bin stolz, dass wir schon am Beginn der Krise diese Maßnahme gesetzt haben und so vielen jungen Menschen eine Perspektive gegeben haben, die sonst auf der Straße gestanden wären", sagte die Wiener Vizebürgermeisterin Renate Brauner. Begrüßenswert und wichtig für die Zukunft Europas seien alle Bemühungen, die die Europäische Union in Richtung Arbeitsplätze, Aus- und Weiterbildung setze, besonders für junge Menschen, so Brauner weiter.

Das Europäische Parlament habe eine Jugendgarantie stets gutgeheißen und als eines der Kernprojekte betrachtet, um in der EU wieder für mehr Stabilität zu sorgen. Geht es nach dem Willen des EU-Parlaments, dann soll binnen vier Monaten den Jugendlichen, die ihren Job verlieren oder aus dem Ausbildungssystem ausscheiden, ein qualitativ hochwertiger Arbeitsplatz oder eine Ausbildung angeboten werden. Dies sollte für alle arbeitslosen Jugendlichen in ganz Europa gelten. "Wir wollen nicht, dass junge Menschen resignieren, weil sie keine Perspektiven haben. Eine geringe Jugendarbeitslosigkeit ist auch für die Stabilität der Wirtschaft, aber auch der Demokratie von äußerster Notwendigkeit, denn junge Menschen ohne Perspektive werden sich vom etablierten Parteiensystem und Europa abwenden und sind somit anfälliger für Extremismen", merkte Regner an. Dass die Jugendgarantie nun umgesetzt werde, sei auch Bundeskanzler Faymann zu verdanken, der sich stets im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit engagiert habe.

Auch in der Einigung zum EU-Haushalt habe man der hohen Jugendarbeitslosigkeit Beachtung geschenkt und für die nächsten sieben Jahre sechs Milliarden Euro für jene Länder reserviert, in denen die Quote am höchsten ist. "Diese sechs Milliarden werden jedoch nicht ausreichen, um der brisanten Lage auf dem Arbeitsmarkt gerecht zu werden. Wir EU-Abgeordnete wünschen uns ein Budget, dessen Fokus noch mehr auf Wachstum und Beschäftigung ausgerichtet ist", erläutert die Europaparlamentarierin. (Schluss) bj

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