Prävention psychischer Erkrankungen: Datenmangel in Österreich

Das Ludwig Boltzmann Institut Health Promotion Research führt erste repräsentative Datenerhebung zu psychischen Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen in Österreich durch.

Wien (OTS) - Psychiatrische Erkrankungen im Erwachsenenalter beginnen oftmals bereits im Kindes- und Jugendalter. Es ist daher essentiell, deren Entstehung und Verlauf zu untersuchen. Die "Mental Health in Austrian Teenagers (MHAT)" - Studie, welche vom Ludwig Boltzmann Institut Health Promotion Research (LBI HPR) und der Universitätsklinik für Kinder und Jugendpsychiatrie der Medizinischen Universität Wien (KJP) durchgeführt wird, schafft erstmals für Österreich eine wissenschaftliche Grundlage zur Entwicklung präventiver Maßnahmen für psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen beziehungsweise zur Verhinderung von deren Chronifizierung.

Das Wissen über die Häufigkeit psychischer Probleme und Erkrankungen (wie beispielsweise Essstörungen, Depressionen, Angsterkrankungen, etc.) sowie über deren Ursachen und Verlauf ist die Voraussetzung für die Entwicklung geeigneter Präventionsmaßnahmen.

Für Österreich liegen bisher keine repräsentativen Daten über Häufigkeit, Ursachen und Entstehung psychischer Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen vor, die auf Erhebungsmethoden beruhen, welche eine zuverlässige Diagnose erlauben.

Aus diesem Grund führen das LBI HPR (Leitung: Priv.Doz. Mag. Dr. Wolfgang Dür) und die KJP (Projektleitung: Univ.-Prof. Dr.med. Andreas Karwautz) gemeinsam eine Studie unter dem Titel "Mental Health in Austrian Teenagers (MHAT): First epidemiological study" durch, die aus den Mitteln "Gemeinsame Gesundheitsziele aus dem Rahmen-Pharmavertrag" gefördert wird. Im Rahmen der Forschungsarbeit, die sich mit Problemlagen der heutigen Jugend und der Bewältigung von Stress- und Belastungssituationen beschäftigt, werden Kinder und Jugendliche sowie ein Elternteil mittels Fragebögen und Interviews befragt. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf Risiko- und Schutzfaktoren für psychische Erkrankungen. Die Ergebnisse der Untersuchung sollen dabei helfen, Probleme von Kindern und Jugendlichen besser zu verstehen und Maßnahmen zu entwickeln, die sie dabei unterstützen, mit den Anforderungen ihres jungen Lebens zurechtzukommen.

Über das Ludwig Boltzmann Institut Health Promotion Research
Das Ludwig Boltzmann Institut Health Promotion Research (www.lbihpr.lbg.ac.at) unter der Leitung von Priv.Doz. Mag. Dr. Wolfgang Dür ist ein Institut der Ludwig Boltzmann Gesellschaft und beschäftigt sich als inter- und transdisziplinäre Forschungseinrichtung mit den Bedingungen und Möglichkeiten von Gesundheitsförderung in Organisationen, wie z.B. Schulen, Krankenhäuser und Langzeitbetreuungseinrichtungen.
Die Partner des in Wien angesiedelten Instituts sind die Universitäten von Wien, Bielefeld und St. Andrews sowie das Bundeministerium für Gesundheit, das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur, der Fonds Gesundes Österreich, die Wiener Gesundheitsförderung und der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger.

Diese Studie wird in Kooperation mit der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Medizinischen Universität Wien (KJP; Leitung: o.Univ.Prof. Dr. Max H. Friedrich) durchgeführt. Sie versteht sich als eine akademische Einrichtung mit dem Ziel, optimale Strategien auf der Höhe der Zeit zur Diagnostik und Therapie von PatientInnen mit einschlägigen Erkrankungen zu verfolgen und weiter zu entwickeln. Dafür arbeitet sie an der Erforschung von Ursachen, Grundlagen und Mechanismen der einzelnen Erkrankungen.

Über die Ludwig Boltzmann Gesellschaft

Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) ist eine außeruniversitäre Forschungsorganisation mit Sitz in Wien und betreibt Forschungsinstitute (Ludwig Boltzmann Institute - LBI) in den Bereichen der Humanmedizin / Life Sciences sowie der Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften. Sie initiiert gemeinsam mit akademischen und anwendenden Partnern innovative Forschungsthemen und ist spezialisiert auf translationale Forschung - die Brücke zwischen Grundlagenforschung und Anwendung. Derzeit betreibt die LBG 18 LBI und 5 Cluster mit rund 380 MitarbeiterInnen. Die Einrichtung von Ludwig Boltzmann Instituten für eine befristete Laufzeit erfolgt aufgrund von Ausschreibungen mit internationalen Begutachtungsverfahren.

Rückfragen & Kontakt:

Ludwig Boltzmann Institut Health Promotion Research
Priv.Doz. Mag. Dr. Wolfgang Dür
Tel.: +43 (0)1 2121 493-11
wolfgang.duer@lbihpr.lbg.ac.at

Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie
Ao.Univ.-Prof. Dr.med.univ. Andreas Karwautz
Tel.: +43 (0)1 40400-3057
andreas.karwautz@meduniwien.ac.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | LBG0001