Österreicher an Spitze der europäischen Staatsforste bestätigt

Bundesforste-Vorstand Georg Erlacher als Präsident der europäischen Staatsforstevereinigung EUSTAFOR wieder gewählt - Interessensvertretung auf EU-Ebene hat viel vor

Wien/Purkersdorf (OTS) - Bei der Hauptversammlung der europäischen Staatsforstevereinigung EUSTAFOR (European State Forest Association) in Brüssel wurde Georg Erlacher, Vorstandssprecher der Österreichischen Bundesforste (ÖBf), als Präsident wieder gewählt. Seit 2011 führt der Bundesforste-Vorstand im Executive Committee der Eustafor die Plattform der europäischen Staatsforste an. "Eine starke Interessensvertretung auf europäischer Ebene ist auch für Österreich als Wald-Land entscheidend", setzt sich Georg Erlacher für forstliche Anliegen der europäischen Staatsforste in Brüssel ein. Rund 38% der EU-Fläche ist von Wald bedeckt, rund ein Drittel davon sind Staatswälder. "Der Klimawandel stellt uns in der Forstwirtschaft vor neue Herausforderungen, die wir nur gemeinsam bewältigen können."

Neue EU-Holzverordnung gegen illegalen Holzhandel

Mit 3. März 2013 tritt eine neue EU-Holzverordnung (EU Timber Regulation) in Kraft, die illegalem Holzhandel zukünftig stärker entgegen wirken will. "Wir begrüßen grundsätzlich die neue EU-Verordnung, die den europäischen Markt im Sinne aller Marktteilnehmer frei von illegalem Holzhandel hält. Zur Umsetzung sollen allerdings bestehende Zertifizierungssysteme und Prozesse herangezogen und keine zusätzlichen bürokratischen Hürden auferlegt werden", sagt Erlacher zum in Kraft treten der neuen Verordnung. Diese verbietet zum einen das Inverkehrbringen von Holz und Holzerzeugnissen aus illegalem Einschlag. Zum anderen wird allen Marktteilnehmern, die erstmals Holzerzeugnisse auf den EU-Binnenmarkt bringen, eine Informations- und Sorgfaltspflicht auferlegt. Weiters werden alle Händler verpflichtet, im Sinne der Rückverfolgbarkeit der Erzeugnisse genaue Aufzeichnungen über ihre Lieferanten und Kunden (ausgenommen Konsumenten) zu führen.

Natura 2000-Schutzgebiete: Rechte der Eigentümer wahren

Für aktuelle Diskussionen sorgt auch die länderübergreifende Umsetzung der Natura-2000-Schutzgebiete nach der auf EU-Ebene festgelegten Flora-Fauna-Habitat-(kurz: FFH-) Richtlinie. Insbesondere die Frage nach Einschränkung der Eigentumsrechte und forstlicher Bewirtschaftung sowie damit verbundener Entschädigung wird von den Waldeigentümern thematisiert. Auf Ebene der Europäischen Kommission hat sich eine Initiative gebildet, die sich mit "Guidelines for Forest Management in Natura 2000 areas" beschäftigt. Dazu Erlacher: "Wir haben unsere Anliegen bei der Europäischen Kommission eingebracht. Die bestehenden Forst- und Naturschutzgesetze sind ohnedies streng, aber es braucht auch einen vernünftigen Rahmen, die Wälder gut und nachhaltig zu bewirtschaften." Etwa die Hälfte der Bundesforste-Flächen unterliegt bereits heute naturschutzrechtlichen Bestimmungen, 26% sind Natura-2000-Gebiet. Ein gelungenes Beispiel für gelebten Naturschutz und nachhaltige Forstwirtschaft ist die Kooperation von Bundesforsten und BirdLife Österreich zum Schutz heimischer Waldvogelarten. Es wird nun als Best-Practise-Beispiel auf europäischer Ebene präsentiert.

Neue EU-Forststrategie in Ausarbeitung

Auch bei der Neustrukturierung der EU-Forststrategie steht der Schutzgedanke der Wälder stark im Vordergrund. 1998 entwickelt, wird die alte EU-Forststrategie nun, vor dem Hintergrund gestiegener Anforderungen aus anderen Politikfeldbereichen wie Entwicklung ländlicher Raum, gemeinsame Agrarpolitik, Bioenergie oder Natura-2000, neu überarbeitet. "Die neue Fassung der EU-Forststrategie ist eine große Chance, alle gesellschaftlichen Interessen im Wald zu adressieren und der forstlichen Bewirtschaftung jene Bedeutung zurückzugeben, die sie benötigt, um Wälder im Sinne von Mensch und Gesellschaft nachhaltig und effizient zu bewirtschaften. Als Vereinigung der europäischen Staatswälder werden wir auch weiterhin unsere Mitverantwortung wahrnehmen und einen aktiven Beitrag leisten", blickt Georg Erlacher optimistisch in die Zukunft.

Über die EUSTAFOR

EUSTAFOR wurde 2006 als Interessensvertretung der europäischen Staatsforste geründet. Die Österreichischen Bundesforste waren eines der vier Gründungsmitglieder. Heute umfasst die Vereinigung 26 Mitglieder aus 20 europäischen Ländern und repräsentiert eine bewirtschaftete Fläche von rund 45 Millionen Hektar, ein Viertel davon, 12,6 Millionen Hektar, sind Schutzgebiete. Alle Mitglieder sind einer nachhaltigen Forstwirtschaft verpflichtet und entsprechend zertifiziert. Gemeinsam schaffen und sichern die EUSTAFOR-Mitglieder rund 100.000 Arbeitsplätze. Sitz der Interessensvereinigung ist das European Forestry House in Brüssel.

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