Ärztekammer: Turnusärzte sind keine billigen Systemerhalter!

Spitalsärzte über Aussagen im "Report" empört - attraktivere Arbeitsbedingungen gefordert

Wien (OTS) - Auf die Aussage von Gespag-Vorstandsmitglied Harald Geck im jüngsten ORF-"Report", wonach Turnusärzte zwar "gleich wertvoll" wie diplomiertes Pflegepersonal seien, aber etwas weniger kosten würden, gibt es eine empörte Reaktion aus der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK). "Es sind Aussagen wie diese, die junge Kolleginnen und Kollegen davon abhalten, ihren Turnus in Österreich zu machen. Geck degradiert Turnusärzte zu billigen Systemerhaltern", brachte Karlheinz Kornhäusl, stellvertretender Obmann der Bundeskurie Angestellte Ärzte in der ÖÄK und Obmann der Sektion Turnusärzte, die Kritik am Donnerstag in einer Presseaussendung auf den Punkt. Es liege ihm fern, die Leistungen des Pflegepersonals zu schmälern, so Kornhäusl weiter, aber: "Hier wird versucht, zwei Berufe gleichzumachen, die in Ausbildung und Berufsbild völlig unterschiedlich sind. Es wird suggeriert, dass Turnusärzte billiges, akademisch ausgebildetes Pflegepersonal sind, und dagegen verwehren wir uns", betonte Kornhäusl.

Dass es vor diesem Hintergrund immer öfter unbesetzte Turnusstellen gebe, sei nicht weiter verwunderlich, ergänzte der Obmann der Bundeskurie Angestellte Ärzte, Harald Mayer: "Die jungen Kolleginnen und Kollegen suchen ihr Glück nach Studienabschluss im Ausland, weil sie direkt mit der Facharztausbildung beginnen können und zudem attraktivere Arbeitsbedingungen vorfinden. Wenn hierzulande nicht bald ein Umdenken stattfindet, wird es ein böses Erwachen geben", warnte Mayer. Konkret müsse dann mit einem Ärztemangel sowohl in den Spitälern als auch speziell in den Niederlassungen am Land gerechnet werden. Mayer: "Derzeit gibt es noch genug Ärzte, aber die Anzeichen für einen drohenden Ärztemangel sind nicht zu übersehen." Erste Schritte zur Vorbeugung: attraktivere Arbeits- und Ausbildungsbedingungen, dazu eine Reform bzw. Aufwertung des Turnus und eine verpflichtende, mindestens einjährige Lehrpraxis, so Mayer und Kornhäusl abschließend. (slv)

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