Gewerkschaft vida: EisenbahnerInnen trauern um Johann Schmölz

Kämpfer gegen die Verdammung der ÖBB und die öffentliche Diffamierung der EisenbahnerInnen

Wien (OTS/ÖGB) - Tief betroffen drückt der Vorsitzende der Gewerkschaft vida, Gottfried Winkler, den Angehörigen des verstorbenen langjährigen Zentralsekretärs und ehemaligen Vorsitzenden der Gewerkschaft der Eisenbahner (GdE), Johann Schmölz, sein Mitgefühl und seine Trauer aus. Johann Schmölz war in der ÖBB-Personalvertretung und in der GdE (seit Ende 2006 Teil der Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft vida) bis 1989 als engagierter Personalvertreter und Spitzenfunktionär tätig.++++

"Johann Schmölz hat sich vehement gegen die Verdammung der ÖBB und die Diffamierung der Eisenbahnerinnen und Eisenbahner in der Öffentlichkeit eingesetzt. Dennoch hat er auch in dieser Diskussion stets versucht, das Verbindende und nicht das Trennenden zwischen den Menschen in den Vordergrund zu stellen. Nach diesem Grundsatz hat unser Kollege auch in allen seinen anderen Funktionen gehandelt", unterstreicht Winkler: "Seinen konsequenten und menschenfreundlichen Weg hat Schmölz bis 1990 auf internationaler Ebene als Vorsitzender der Sektion Eisenbahn in der Internationalen Transportarbeiter-Föderation (ITF) erfolgreich fortgesetzt."

"In den 70er und 80er Jahren kämpfte Schmölz dafür, die schon damals von manchen in Österreich polemisch geführte Schuldendiskussion um die ÖBB klarzustellen. Dieses Thema hat bis heute nichts von seiner Aktualität und Brisanz verloren. Die Eisenbahnerinnen und Eisenbahner mussten diesen Kampf im Sinne von Johann Schmölz in den vergangenen Jahren immer wieder aufnehmen und fortführen. Wie von ihm damals aufgezeigt, muss auch jetzt von uns und der Verkehrspolitik weiter in der Öffentlichkeit verdeutlicht werden, welche Bedeutung die Bahn, die Eisenbahnerinnen und Eisenbahner, für die österreichische Volkswirtschaft haben", betont Winkler, der auch Zentralbetriebsratsvorsitzender der ÖBB Infrastruktur AG ist.

Schmölz war seit 1950 ÖBB-Bediensteter und habe das Unternehmen in-und auswendig gekannt, so Winkler: " Er hat ÖBB-Kritikern schon damals deutlich zu verstehen gegeben, dass die ÖBB in der öffentlichen Diskussion - wie jedes andere Unternehmen auch - nur im kaufmännischen Bereich nach betriebswirtschaftlichen Kriterien bewertet werden dürfen." Denn im gemeinwirtschaftlichen Bereich seien die ÖBB ein Verkehrsdienstleistungsunternehmen, das wie beispielsweise Spitäler, Polizei oder Feuerwehr für den Nutzen der Allgemeinheit da sei.

Johann Schmölz habe nicht nur stets ein offenes Ohr für die Anliegen der EisenbahnerInnen gehabt: "Er hat sich auch dafür ausgesprochen, dass die damals eingeleitete Modernisierung der ÖBB konsequent fortgesetzt werden muss. Sinnvolle Rationalisierungen waren für Schmölz nur denkbar, wenn hierfür auch die erforderlichen Investitionsmittel zur Verfügung gestellt werden", so Winkler. Sein geforderter Grundsatz bei der Leistungserbringung der Bahn "Wer fordert - zahlt" werde auch heute von Politik und ÖBB-Management insbesondere im Regional- und Nahverkehr angewandt, so Winkler.

Die Zukunft der Bahn und einen höheren Stellenwert für diese habe Schmölz bevorzugt eingebunden in einer volkswirtschaftlich orientierten und verkehrsträgerübergreifenden Verkehrspolitik gesehen, so Winkler. "Und ich halte gerne die Worten und die Ziele von Johann Schmölz hoch: Denn er hat zu seinen Lebzeiten festgestellt, dass das Anlasten von Investitionen in die Verbesserung der Bahninfrastruktur, in rollendes Material und in die von ihr erbrachten gemeinwirtschaftlichen Leistungen als Defizite in höchstem Grad unseriös ist", so Winkler.

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