GPA-djp-Pick: Privatwirtschaft muss endlich gesellschaftspolitische Verantwortung übernehmen!

Ausbildungsfonds notwendiger Schritt für eine sichere Zukunft

Wien (OTS/ÖGB) - Seit 1980 sank die Zahl der Ausbildungsbetriebe sowie Lehrstellenplätze rapide ab. "1980 wurden in der Wiener Privatwirtschaft noch 29.776 Lehrlinge ausgebildet, 1990 waren es 20.741 und per 31.12.2012 sind laut Lehrlingsstatistik der Wirtschaftskammer nur mehr 13.348 der insgesamt 19.078 in der Privatwirtschaft. Leider übernehmen immer weniger Wiener Unternehmen auch gesellschaftspolitische Verantwortung und bilden Facharbeitskräfte aus. Doch profitieren Betriebe von steuerlich finanzierten Leistungen der Gesellschaft wie Infrastruktur, Bildung oder auch Sicherheit. Daher sollen sie sich auch ihrer Verantwortung stellen und jungen Menschen eine Ausbildung ermöglichen, schließlich sollten sie`s auch im Eigeninteresse tun", stellt Peter Pick, Wiener Jugendvorsitzender der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) fest.++++

"Die Unternehmen müssen endlich Taten folgen lassen. Nur nach Facharbeitskräften raunzen ist zu wenig. Das duale Ausbildungssystem hilft den Unternehmen, junge und gute Facharbeitskräfte auszubilden und es hilft gleichzeitig jungen Menschen, sich Perspektiven mit einer qualitativ hochwertigen Lehrausbildung in der Arbeitswelt zu schaffen", so Pick. Dass mehr als ein Viertel der Jugendlichen in Ausbildung in der Stadt Wien und deren Trägerorganisationen tätig sind, zeigt weiters, dass die Unternehmen hier gravierenden Aufholbedarf haben. "Im Optimalfall hat die Lehrausbildung in einem Betrieb zu erfolgen, da sie dort für die jeweilige Branche ausgebildet werden und hautnah das Business erlernen. Einrichtungen wie überbetriebliche Ausbildungsstätten sind eine derzeit notwendige Lösung, da sich viele Unternehmen vor der Ausbildung drücken und sich daher speziell die Stadt Wien sich um die Zukunft der Jugendlichen sorgt und diese mit Perspektiven erfüllt," so Pick weiter.
"Der Ausbildungsfonds, in dem jene Unternehmen einzahlen die sich vor ihrer Verantwortung drücken und von dem jene davon profitieren, die gesellschaftlichen Weitblick beweisen und junge Menschen ausbilden, sowie ein öffentliches Auftragsvergabemodell wie in Wien, bei jenem lehrlingsausbildende Unternehmen bei öffentlichen Vergaben bevorzugt werden ist für eine moderne Arbeitsmarktpolitik unabdingbar", so der Jugendvorsitzende abschließend: "Es wird auch für Unternehmen an der Zeit, im 21. Jahrhundert anzukommen und zu verstehen, dass Perspektiven für junge Menschen sowie eine gute Ausbildung der Motor der Gesellschaft sind. Daher wären die Einführung des Ausbildungsfonds und eine bundesweite Regelung der öffentlichen Auftragsvergabe nach dem Wiener Modell richtige Schritte in eine sichere Zukunft!"

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