Bangladeschs Außenministerin im Gespräch mit Abgeordneten

Dipu Moni: Bangladesch braucht faire Preise für seine Exportgüter

Wien (PK) - Die Außenministerin von Bangladesch, Dipu Moni, besuchte heute Vormittag das Parlament und wurde vom Stellvertretenden Obmann des Außenpolitischen Ausschusses, Abgeordnetem Johannes Hübner, herzlich willkommen geheißen und zu einem einstündigen Gespräch mit Mitgliedern des Außenpolitischen Ausschusses des Nationalrates gebeten, an dem auch die Abgeordneten Franz Glaser (V) und Alev Korun (G) teilnahmen.

Nachdem die österreichischen ParlamentarierInnen ihrem Gast aus Bangladesh das österreichische Parteiensystem erläuterten und Fragen Dipu Monis nach der Bewältigung der Finanzkrise in Europa jeweils aus der Sicht ihrer Fraktionen beantworteten, informierte Außenministerin Dipu Moni über die Entwicklung Bangladesch, das auf eine lange Geschichte zurückblickt und im Jahr 1971 seine Unabhängigkeit erlangte. Das ehemalige "Ostpakistan", das bis 1991 unter einem blutigen Militärregime stand, hatte wenig Zeit für die Entwicklung einer modernen Demokratie, berichtete Außenministerin Dipu Moni schilderte die schwierigen Jahre des Kampfes um den Aufbau eines demokratischen Parteiensystems in Bangladesch, die Probleme bei der strafrechtlichen Aufarbeitung der Verbrechen während der Militärdiktatur und den letztlich erfolgreichen Kampf um eine Reform des Wahlsystems, die es 2008 ermöglicht hat, faire und freie Wahlen in Bangladesch abzuhalten.

Die Außenministerin von Bangladesch konnte auch über Erfolge beim Aufbau der Wirtschaft, bei der Entwicklung des Bildungs- und Gesundheitssystems, der Stärkung der Frauenrechte, der Erhöhung der Einkommen und beim Kampf gegen die Armut informieren. Es sei auch gelungen, die Arbeitsbedingungen und die Sicherheit in der Textilindustrie wesentlich zu verbessern. Für ihr immer noch sehr armes Land sei es wichtig, faire Preise für seine Exportgüter zu erzielen, dies sei die Voraussetzung für Investitionen und für die Steigerung der Löhne der drei Millionen Fabriksarbeiterinnen in Bangladesch, sagte Dipu Moni.

Bangladesch ist eines der vom Klimawandel am stärksten betroffenen Länder der Erde, erfuhren die Abgeordneten Alev Korun und Josef Glaser (V) auf ihre diesbezügliche Frage. Dipu Moni fügte hinzu, dass die Regierung enorme Anstrengungen unternehme, um Dämme gegen Flutkatastrophen zu bauen und dem Klimawandel entgegenzuwirken. Der Technologietransfer aus entwickelten Ländern sei dabei sehr wichtig. Sollte der Meeresspiegel bis zum Jahr 2050 weitersteigen, drohten Millionen von Menschen in Bangladesch der Verlust ihrer Heimat und eine Verschärfung der globalen Migrationsprobleme, warnte Dipu Moni.

Eine weitere Frage der Abgeordneten Alev Korun (G) galt der Einschätzung der bevorstehenden Wiener UN-Konferenz "Alliance of Civilizations" durch die Außenministerin Bangladeschs. Es sei positiv und wichtig, klarzustellen, dass Islam und Terrorismus miteinander nichts zu tun haben, und es sei auch wichtig, den Erfahrungsaustausch über den richtigen Umgang mit Radikalismen und Terrorismen zu führen. Zugleich würde sie sich von internationalen Konferenzen aber konkretere Ergebnisse wünschen, sagte Außenministerin Dipu Moni.

Die Südasiatische Vereinigung für regionale Kooperation (SAARC) sei für Bangladesch wichtig, betonte die Außenministerin auf eine Frage des Abgeordneten Johannes Hübner (F), wobei sie einmal mehr die große Bedeutung des Handelspartners EU für ihr Land zum Ausdruck brachte und insbesondere auch den Wunsch nach einer Vertiefung der Beziehungen zu Österreich aussprach. (Schluss) fru

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