Presseförderung: Evaluierungsstudie bestätigt VÖZ-Forderung "vollinhaltlich"

Kralinger: "Ein neues Modell könnte aufgrund der soliden Vorarbeit schnell etabliert sein" - Studie stellt VÖZ-Forderung nach 50 Mio. Euro auf wissenschaftliches Fundament

Wien (OTS) - Der Präsident des Verbandes Österreichischer Zeitungen (VÖZ) Thomas Kralinger sieht seine Forderung durch die Evaluierungsstudie zur Presseförderung von Univ.-Prof. Hannes Haas "vollinhaltlich" bestätigt. Besonders erfreut zeigte sich Kralinger über das Studienergebnis, das ein Förderungsvolumen von 50 Millionen Euro als "realistisch und sinnvoll" anerkennt. "Die VÖZ-Forderung nach einer Aufstockung der Presseförderung auf 50 Millionen Euro steht damit auf einem tragfähigen wissenschaftlichen Fundament."

Darüber hinaus hebt der Verlegerpräsident hervor, dass die Inhaltsanalyse der Studie zwischen geförderten und nichtgeförderten Printmedien der aktuellen Fördersystematik ein gutes Zeugnis ausstellt. Zitat von der Seite 194: "... dass die Presseförderung zum aktuellen Zeitpunkt in hohem Maße den richtigen Zeitungen zu Gute kommt..." Dies lässt für Kralinger den Schluss zu, dass man das "Rad der Presseförderung nicht komplett neu erfinden muss. Wir bauen auf einem grundsätzlich funktionierenden aber hoffnungslos unterdotierten System auf, ergänzen es mit den Anregungen von Professor Haas und reichern es mit internationalen Best-Practice-Modellen an. Ein neues Modell sollte man schnell etablieren können." Einen Blick über den nationalen Tellerrand empfiehlt auch die Evaluierungsstudie. Der VÖZ hatte vor wenigen Wochen das dänische Fördermodell als mögliches Vorbild genannt.

"Die Studie sieht einen eindeutigen Handlungsbedarf und nun ist die Bundesregierung am Zug, noch im Jahr 2013 die notwendigen Gesetzesbeschlüsse zu fassen", betont der VÖZ-Präsident, der ein klares Bekenntnis der Regierungsspitze zu einer zeitnahen Reform der Presseförderung einfordert. Kralinger sieht aufgrund der soliden Vorarbeit der Evaluierungsstudie keine Schwierigkeiten, ein neues Fördermodell in wenigen Wochen auszuarbeiten. "Die Neugestaltung der Presseförderung wird bereits seit geraumer Zeit diskutiert und die Überlegungen des VÖZ wurden nun von der Wissenschaft bestätigt. Wir stehen jedenfalls Gewehr bei Fuß und sind jederzeit zu Verhandlungen bereit."

Gefallen findet Kralinger am Vorschlag der Evaluierungsstudie ein "Media-Fit-Paket" zusätzlich zur Presseförderung einzuführen, welches unter anderem die Lesekompetenz von Schülern nach französischem Vorbild fördern soll. "Dieses Paket kann als Wegbereiter am steinigen Pfad der Zeitung zum jungen Leser dienen. Wenn es gelingt, die Jugend mit dem Medium Zeitung vertraut zu machen und zugleich ihre Lesekompetenz zu stärken, machen wir Zeitungen zukunftsfit und die Jugend lese-fit - eine Win-Win-Situation für Medienstandort und Gesellschaft."

Die Evaluierungsstudie stellte die erhöhten ORF-Gebühren und die 'Quasi-Verdopplung' der Parteienförderung der gekürzten Presseförderung gegenüber. Damit wurde die Schieflage am dualen Medienmarkt "zumindest durch die Blume" thematisiert. In weiterer Folge bezeichnen die Studienautoren die Werbeabgabe für Printmedien als "besondere Belastung" und empfehlen Steuervorteile, um den Sektor auf solidere Beine zu stellen. "Die Studie bestätigt schwarz auf weiß, dass in Österreich medienpolitisch einiges im Argen liegt. Die privaten Printmedien sind gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk stark benachteiligt. 2013 ist das Jahr, in dem die Politik diese Schieflage korrigieren muss", unterstreicht Kralinger abschließend.

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