BMUKK: Hohe staatliche Auszeichnungen an verdiente Persönlichkeiten

Wien (OTS) - Im Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur werden heute im Rahmen eines Festaktes Othmar Desembekowitsch, Johannes Parz, Hubert Karl Urach, Leopold Urach und Robert Urach mit dem Goldenen Verdienstzeichen der Republik Österreich geehrt. HR Dr. Gertrude Enderle-Burcel, Dr. Herbert Fussy, OKR i.R. MR i.R. MMag. Robert Kauer, Mag. Ingrid Scholz-Strasser und Josef Weber wird der Berufstitel "Professorin / Professor" verliehen.

Die Mitglieder des 1965 gegründeten Volksmusikensembles die "Original Fidelen Lanvanttaler", Othmar Desembekowitsch, Johannes Parz und die Brüder Hubert Karl Urach, Leopold Urach und Robert Urach, erhalten für ihre Verdienste auf dem Gebiet der Volkskultur das Goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich. Seit knapp fünf Jahrzehnten begeistern die "Original Fidelen Lavanttaler" ihr Publikum im In- und Ausland. Gemeinsam haben die fünf Musiker über 500 Musikstücke komponiert, arrangiert und produziert. Viele ihrer Musiktitel fanden Eingang in Unterrichtsmaterialien für Kärntner Musikschulen. Gradmesser ihrer Popularität sind die zahlreichen Auszeichnungen aus der Musikbranche, darunter die "Kristallschallplatte" für knapp eine halbe Million verkaufte Tonträger. 1990 wurde ihnen das Recht zur Führung des Kärntner Landeswappens verliehen.

Den Berufstitel Professorin / Professor erhalten:

Hofrätin Dr. Gertrude Enderle-Burcel erhält für ihre hervorragende zeitgeschichtliche Forschungs-, Publikations- und Vermittlungstätigkeit den Berufstitel "Professorin" verliehen. Sie hat durch ihre analytische und editorische Arbeit wesentlich zum Standard und zur Qualität der der österreichischen Zeitgeschichtsforschung beigetragen. Seit mehr als drei Jahrzehnten ist sie mit der Edition der Ministerratsprotokolle der Ersten Republik befasst, seit 1988 als deren wissenschaftliche Leiterin. Enderle-Burcel ist ständige Mitarbeiterin beim österreichisch-biographischen Lexikon der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und hat für alle von ihr konzipierten Editionsreihen biographische Dokumentationen über Persönlichkeiten in Politik, Wirtschaft, Kunst und Verwaltung aufgebaut. Zwischen 1988 und 1993 arbeitete sie an einem internationalen Bankforschungsprojekt der renommierten London School of Economics mit. In den Jahren 2004 bis 2006 organisierte sie große internationale Konferenzen in Wien, Bratislava und Helsinki zu den Themen "Kalter Krieg und Neutralität" und "Wirtschaftshistorische Entwicklungen in Europa".

Der Germanist Dr. Herbert Fussy erhält den Berufstitel "Professor" für seine langjährigen Verdienste als Erwachsenenbildner. Er begann seine berufliche Laufbahn 1975 als Verlagslektor beim Österreichischen Bundesverlag. Seit 1987 ist er hauptverantwortlicher Chefredakteur des Österreichischen Wörterbuchs. Unter seiner Schriftleitung wurden tausende neue Begriffe in das Wörterbuch aufgenommen und Inhalt und Umfang fast verdoppelt. Die Austriazismen in ihrer Vielfalt abzubilden und damit sowohl mit der Schulausgabe des Wörterbuchs den Schülerinnen ein Regelwerk für den Sprachgebrauch anzubieten als auch durch die erweiterte Buchhandelsausgabe interessierten Personen ein nahezu jährlich aktualisiertes Nachschlagewerk in die Hand zu geben, ist Fussys Verdienst. Seine sprachwissenschaftlichen Publikationen stellen wichtige Unterlagen sowohl für den Schulunterricht als auch für die Erwachsenenbildung dar.

Oberkirchenrat i.R. MinRat i.R. MMag. Robert Kauer erhält für sein Engagement in der Erwachsenenbildung den Professorentitel verliehen. Neben seiner beruflichen Tätigkeit im öffentlichen Dienst initiierte der Jurist und evangelische Theologe zahlreiche Fortbildungsprogramme, Vorträge und Seminare. Hervorzuheben ist sein Engagement für die "Evangelischen Akademie". Mit seiner Hilfe bekam die Erwachsenenbildungseinrichtung der Evangelischen Kirche nach einer Bestandskrise ein neues Gesicht und eine neue Struktur. Während seiner Zeit als Oberkirchenrat (2000-2006) konzipierte er ein bis heute praktiziertes Fortbildungsprogramm für rechtliche Fragestellungen in der Kirche und in der Zivilgesellschaft und initiierte die Gesetzesausgabe "Das Recht der Evangelischen Kirche in Österreich". Robert Kauer hat eine Reihe von wissenschaftlichen Publikationen über die Evangelischen Kirche in Österreich, ihre Entwicklung und ihre Strukturen sowie über Grundsatzfragen des evangelischen Kirchenrechts veröffentlicht.

Mag. Ingrid Scholz-Strasser wird der Berufstitel "Professorin" für ihre Verdienste als Kulturvermittlerin und für ihr langjähriges Engagement im Bereich des musealen Sammelns verliehen. Sie hat dem Sigmund Freud Museum schon im Jahr 1987, als sie mit der Funktion einer Generalsekretärin betraut wurde, ein besonderes Profil verliehen, das sie seit 1996 als Direktorin noch schärfen konnte. Denn neben den traditionellen musealen Aktivitäten und dem Kuratieren zahlreicher Ausstellungen konnte sie eine einzigartige Fachbibliothek aufbauen und das Sigmund Freud Museum zu einer Plattform für wissenschaftliche Kommunikation und Forschung machen. Ihre wissenschaftliche Arbeit fand in zahlreichen Publikationen und Ausstellungskatalogen ihren Niederschlag. Als Vorstandsvorsitzende der Sigmund Freud Privatstiftung und Vorstandsmitglied der Freud Foundation U.S. hat sie entscheidend zu einer noch stärkeren internationalen Beachtung nicht nur des Sigmund Freud Museums, sondern vor allem auch der aktuellen einschlägigen Forschung beigetragen.

Josef Weber wird für sein langjähriges Engagement als Musikpädagoge mit dem Berufstitel "Professor" geehrt. Nach einer Kapellmeisterausbildung beim Niederösterreichischen Blasmusikverband studierte er von 1975-76 Konzertfach Trompete am Musikkonservatorium Wien. Er ist seit über 40 Jahren als Musiker, Musiklehrer sowie Gründer und Leiter regionaler Ensembles und Ausbildungsstätten im Waldviertel tätig. Als Musikpädagoge gründete er Bläserklassen an den regionalen Volks- und Hauptschulen, erstellte Unterrichtsmaterialien für MusikschülerInnen und war an der Errichtung mehrerer Musikschulzweigstellen beteiligt. Seit 1989 ist er Leiter der Musikschule Gföhl. Für seine Verdienste wurde er bereits mit Ehrenzeichen des Niederösterreichischen sowie des Österreichischen Blasmusikverbandes und mit einer Dirigentennadel geehrt.

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