WKÖ: Rahmenbedingungen für Crowdfunding und Bürgerbeteiligungsmodelle verbessern

Kronberger fordert Stärkung der Alternativen zur Kreditfinanzierung

Wien (OTS/PWK092) - Im Rahmen der heutigen Enquete des Parlamentsklubs der Grünen forderte Ralf Kronberger, Leiter der Abteilung für Finanz- und Handelspolitik der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), eine Überprüfung der gegenwärtigen Rahmenbedingungen für Bürgerbeteiligungsmodelle und Crowdfunding. In der WKÖ wurde dazu auch eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die sich mit diesem Thema näher beschäftigt. Dabei müssen selbstverständlich auch die Interessen des Anlegerschutzes berücksichtigt werden, denn es ist auch im Interesse der Crowdfunding-Plattformen und der kapitalsuchenden Unternehmen, dass das Vertrauen der Bürger in diese Anlageformen geschützt wird.

Kronberger verweist darauf, dass in den USA auf Grund einer Initiative von Präsident Obama Erleichterungen in den Rahmenbedingungen für Crowdfunding geschaffen wurden (JOBS-Act), die gerade von der Finanzaufsicht umgesetzt werden. In der EU beschäftigt sich die Europäische Kommission bereits intensiv mit der Thematik und hat im Vorjahr einen Workshop zu dem Thema abgehalten, an dem neben Vertretern von Crowdfunding-Plattformen auch die WKÖ teilgenommen hat. In ihrem Aktionsplan "Unternehmertum 2020" fordert die Kommission die Mitgliedstaaten auf, die Rahmenbedingungen für Crowdfunding zu verbessern. "Österreich hat die Chance, Vorreiter auf diesem Gebiet zu sein und kann sich gegenüber internationalen Entwicklungen nicht verschließen. Crowdfunding wird einmal so selbstverständlich wie der Kauf und Verkauf von Gütern über den Online-Handel", so Kronberger.

Das Beispiel Waldviertler zeige, dass der gegenwärtige Rechtsrahmen von Bürgern als überzogen angesehen wird. Auch bei Projekten von Kommunen können Bürgerbeteiligungsmodelle im Sinne eines "Public-Private-Partnership" die Finanzierung von sinnvollen Projekten erleichtern. Dabei kann Crowdfunding auch ein Beitrag zu mehr direkter Demokratie sein, wenn beispielsweise mehrere Optionen eines Projektes zur Finanzierung angeboten werden. Kronberger verwies in dem Zusammenhang auf die im März stattfindende Wiener Volksbefragung, bei der auch die Meinung der Bevölkerung zum Thema Bürgerbeteiligungsmodelle eingeholt wird. Bei einer Änderung der Rahmenbedingungen dürften Projekte, die von der öffentlichen Hand betrieben werden, aber jedenfalls nicht gegenüber Projekten aus der Privatwirtschaft bevorzugt werden.

Kronberger forderte auch die Forcierung von weiteren alternativen Finanzierungsformen. Beteiligungen durch Business Angels sollten durch einen Freibetrag unterstützt werden. Für die Venture-Finanzierung müssen die rechtlichen Rahmenbedingungen verbessert werden, dies könne etwa durch eine Modernisierung des Instruments der Mittelstandsfinanzierungsgesellschaften geschehen. (PM)

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