"kreuz und quer" am 26. Februar: "Mythos Konklave - Machtkampf im Vatikan" und "Die Papstmacher"

Wien (OTS) - "kreuz und quer" - präsentiert von Doris Appel - steht am Dienstag, dem 26. Februar 2013, ab 22.30 Uhr in ORF 2 ganz im Zeichen des bevorstehenden Rücktritts von Papst Benedikt XVI. und der anstehenden Papstwahl (alle Infos zur ORF-Berichterstattung unter presse.ORF.at): mit Hintergrundinformationen zum Konklave in der Doku "Mythos Konklave - Machtkampf im Vatikan" von Andrea Oster und Volker Schmidt-Sondermann und der ORF-Dokumentation "Die Papstmacher" (23.20 Uhr) von Peter Beringer.

"Mythos Konklave - Machtkampf im Vatikan" - Ein Film von Andrea Oster und Volker Schmidt-Sondermann

Das Konklave, die Papstwahl, zählt zu den größten Geheimnissen der Welt. Streng abgeschottet wählen in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan die Kardinäle nach dem Tod oder so wie jetzt nach dem Rücktritt eines Papstes dessen Nachfolger. Die Öffentlichkeit wird über die Wahlergebnisse mit schwarzem und weißem Rauch aus dem Kamin der Kapelle informiert. Wer Details der Wahl preisgibt, muss mit hohen Kirchenstrafen rechnen. Trotzdem wurde nach dem letzten Konklave, in dem im April 2005 Papst Benedikt XVI. gewählt wurde, das geheime Tagebuch eines Kardinals veröffentlicht. Anhand dieses Dokuments rekonstruieren Andrea Oster und Volker Schmidt-Sondermann den Verlauf der letzten Papstwahl.

Dabei wird deutlich, dass Joseph Ratzinger zwar sehr schnell aussichtsreicher Kandidat der Konservativen auf den Papstthron war; doch es gab auch einen progressiven Gegenkandidaten, den Argentinier Jorge Mario Bergoglio. Er sammelte sogar so viele Anhänger hinter sich, dass er mit einer Sperrminorität die Wahl Ratzingers hätte verhindern können. Warum wurde der Deutsche dann doch im vierten Wahlgang zum 264. Nachfolger des Apostels Petrus gewählt? Wer warb hinter den Kulissen um Stimmen für ihn? Und warum enttäuschte Benedikt XVI. bereits mehrfach in seinem Pontifikat seine konservativen Wähler? Um Antworten auf diese Fragen zu finden, begeben sich die Autoren auf Spurensuche in Rom. Sie treffen den italienischen Journalisten Lucio Brunelli, der das Tagebuch aus den Händen des Kardinals empfangen hat.

"Als ich diese Notizen bekommen habe, war ich sehr aufgeregt", so Lucio Brunelli im Interview. "Es war mir bewusst, dass ich etwas Wichtiges erhalten habe, das vielleicht in den letzten Jahren und Jahrhunderten nie passiert war." Die Autoren sprechen mit Kardinälen, etwa dem langjährigen Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano und dem Kölner Kardinal Joachim Meisner sowie Journalisten über das Konklave und den Machtkampf im Vatikan. In aufwändig nachgestellten Szenen erklären die Autoren die Strukturen und Abläufe einer Papstwahl. Sie gehen auch der Frage nach, wohin die katholische Kirche im dritten Jahrtausend steuert. Dazu Kardinal Walter Kasper: "Die Kirche geht einer gewissen Diasporasituation entgegen, die Kirche wird kleiner, vielleicht sogar eine Minderheit, das weiß man nicht, aber es kann sein."

"Die Papstmacher" - Ein Film von Peter Beringer

Dem Kardinalskollegium haftet seit jeher der Nimbus des Geheimnisvollen, des Erhabenen und zugleich Unnahbaren an. Aus ihrem Kreis wird der nächste Papst gewählt und damit auch ein Richtungskurs der römisch-katholischen Kirche angezeigt. Die Dokumentation von Peter Beringer stellt Kardinäle aus den verschiedenen Kontinenten vor, die aus heutiger Sicht von Vatikan-Experten immer wieder als Hauptfavoriten für das Amt Petri genannt werden, sie zeigt auf, vor welch unterschiedlichen Herausforderungen die Kirche auf den verschiedenen Kontinenten steht und sie versucht ein Bild zu zeichnen, in welche Richtung diese Kardinäle - würden sie Papst werden - die Kirche führen würden.

Kardinäle sind der Hochadel der Kirche, ein exklusiver Kreis von rund 200 hohen Geistlichen. Kardinäle werden vom Papst eingesetzt - und jede Ernennung ist ein kirchenpolitisches Signal. In den vergangenen Jahrzehnten haben sich die Kirchenzentrale und das Kardinalskollegium deutlich internationalisiert - das spricht für eine gesteigerte Vielfalt an Meinungen und Ideen. Andererseits ist das Kardinalskollegium - meinen viele - in den langen Pontifikatsjahren von Johannes Paul II. und Benedikt XVI. theologisch auf Linie gebracht worden. Welchen Kurs wird die römisch-katholische Kirche nehmen? Wird sie sich in Zukunft "liberalisieren" oder werden ganz andere Schwerpunkte - etwa die weltweite Mission oder die Koexistenz mit anderen Religionen - die Kirche zwingen, noch schärferes Profil zu zeigen?

Peter Beringer befragt wichtige Kardinäle aus allen Weltregionen, u. a. den Chinesen John Tong Hon, den Honduraner Rodriguez Maradiaga, den Nigerianer John Onaiyekan und den Mailänder Erzbischof Angelo Scola über den zukünftigen Kurs der Kirche, zeigt die Welt, aus der sie kommen, und damit den Hintergrund ihrer Vorstellungen und Ideen. Professionelle Vatikan-Beobachter wie Andrea Tornielli und Marco Politi sowie der Theologe Paul Zulehner sprechen über die geheime und reale Macht der Kardinäle, erklären, in welche Richtung die Kirche steuert und geben eine vage Prognose, welcher der Kardinäle aus jetziger Sicht als papabile gilt. Ob auch der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn als papabile eingeschätzt wird, auch darüber hat Peter Beringer mit den Vatikan-Beobachtern gesprochen.

"kreuz und quer" ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar und steht als zeitnahe Servicewiederholung am Mittwoch im Hauptabend auf dem Programm von ORF III Kultur und Information.

Nähere Informationen zur ORF-Berichterstattung rund um den Rücktritt von Papst Benedikt XVI. sind unter http://presse.ORF.at abrufbar.

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