Abschaffung der Flugabgabe brächte BIP-Beitrag von 229 Mio. Euro

Vertreter der Luftfahrtbranche für Abschaffung der Flugabgabe - WKÖ-Obmann Klacska: Abgabe ist "kontraproduktiv und standortschädlich"

Wien (OTS/PWK082) - Die 2011 in Österreich eingeführte Flugabgabe belastet die gesamte heimische Luftfahrtbranche und hat weit reichende negative Folgeeffektive auch in anderen Bereichen. Seit Jänner des heurigen Jahres werden auf Kurzstrecken 7 Euro, auf Mittelstrecken 15 Euro und auf Langstrecken 35 Euro pro Ticket eingehoben. Dass eine Abschaffung der Abgabe nicht nur für Luftfahrtunternehmen, sondern auch für die gesamte österreichische Volkswirtschaft positive Effekte hätte, belegt nun eine Studie des Instituts Oxford Economics, die am Donnerstag in der WKÖ von hochrangigen Vertretern der heimischen Luftverkehrsbranche präsentiert wurde.

Demnach würde eine Abschaffung der Flugabgabe würde zu einem Zuwachs von 1,13 Millionen Passagieren, einem zusätzlichen BIP-Beitrag von 229 Millionen Euro und 3.360 zusätzlichen Arbeitsplätzen pro Jahr führen.

Für den Fiskus wäre die Abschaffung der Abgabe einkommensneutral oder sogar mit leicht positiven steuerlichen Effekten verbunden. Weil es zusätzliche Einnahmen aus der Belebung der österreichischen Luftfahrtindustrie und des Tourismus gäbe, rechnen die Experten von Oxford Economics mit Steuereinnahmen von rund 96 Millionen Euro im Jahr - das sind um 6 Millionen mehr als die vom Finanzministerium budgetierten Einnahmen von 90 Millionen aus der Flugabgabe.

"Die Luftfahrtbranche erhält sich selbst und bekommt keine staatlichen Förderungen oder Subventionen. Zudem ist die Branche sehr stark global geregelt. Da ist jeder nationale Eingriff wie eben die Flugabgabe extrem kontraproduktiv und standortschädlich", hält Alexander Klacska, Obmann der Bundessparte Transport und Verkehr in der WKÖ, fest.
"Österreich baut auf eine starke Industrie, starke mittelständische Unternehmen und eine starke Exportwirtschaft. Wir müssen daher auch die Mobilität der Manager in diesen Branchen gewährleisten, um wettbewerbsfähig zu bleiben", verweist Klacska auf die Notwendigkeit von gut angeschlossenen Hubs in Österreich für den Bereich Geschäftsreisen.

Aber auch der Tourismus ist massiv von der Flugabgabe in der jetzigen Form betroffen. Mario Rehulka, Präsident des Österreichischen Luftfahrtverbandes: "Jegliche Verteuerung des Fliegens im nationalen Alleingang führt zu einer Wettbewerbsverzerrung und geht zu Lasten des Flugstandortes Österreich ebenso wie zu Lasten der Tourismusdestination Österreich".

"Wir fordern daher die Politik auf, unseren Verkehrsbereich positiv zu unterstützen und die Flugabgabe zu streichen. Damit sich die österreichischen Luftverkehrsunternehmen, die auf globaler Basis in sehr starkem Wettbewerb stehen, weiter entwickeln können und auch die Volkswirtschaft profitieren kann", so Rehulka.

Gerhard Kunesch, Präsident der Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Verkehrsflughäfen, unterstrich vor allem die negativen Auswirkungen der Flugabgabe in den Regionen: "Mehr als 50% der österreichischen Bevölkerung sind auf Landesflughäfen angewiesen. Und gerade die Flughäfen in den Bundesländern kommen durch die Flugabgabe unter Druck, denn die hier vertretenen Low Cost Carrier haben schmale Deckungsbeiträge und streichen bei Zusatzkosten schnell die ganze Strecke".
"Gerade Regionen brauchen diese Infrastrukturleistungen dringend, um den Standort Österreich zu sichern und Beschäftigung zu schaffen. Die Studie belegt, dass eine Abschaffung der Flugabgabe eine Win-Win-Situation für alle schaffen würde. Die Luftfahrtbranche appelliert daher an die Politik, rasch im Sinne des Wirtschaftsstandortes Österreich zu handeln", so Klacska abschließend. (PM)

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