Auer: Gewerbsmäßigem Etikettenbetrug gehört EU-weit Riegel vorgeschoben

Regionale Warenströme - Verstärkt heimisch kaufen - Vollzug auf Touren bringen

Wien (OTS) - "Die ungeheure Dimension der Fleischpantscherei und -schieberei deutet ganz klar auf gewerbsmäßigen und ganz offensichtlich auch vorsätzlichen Betrug hin. Es kann nicht sein, dass industrielle Fleischkonzerne und Großhändler in ganz Europa auf dem Rücken von Bauern und Konsumenten Etikettenschwindel und Rosstäuscherei betreiben. Solche Praktiken gehören lückenlos aufgearbeitet und abgestellt", erneuerte Bauernbund-Präsident Jakob Auer heute eine traditionelle Forderung des Bauernbundes nach einer ausgeweiteten Herkunftskennzeichnung für verarbeitete Fleischprodukte und Milcherzeugnisse.

Die Forderung von Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich nach einem Lebensmittel-Reisepass zeige die richtige Richtung an, lobte der Bauernbund-Präsident. "Gesundheitsminister Stöger ist jetzt gefordert, den Vollzug und die Lebensmittelaufsicht auf Touren zu bringen und die bestehenden gesetzlichen Regelungen entsprechend scharf zu kontrollieren", forderte Auer den ressortverantwortlichen Minister zum Handeln auf.

Kein Jahr vergehe mittlerweile ohne einen Lebensmittelskandal, der auch unschuldige Erzeuger beziehungsweise österreichische Bäuerinnen und Bauern in Misskredit bringe und die Konsumenten verunsichere. "Das Problem liegt nicht beim Pferdefleisch, sondern dass damit im großen Stil Etikettenschwindel betrieben wird", sieht Auer die Verantwortung ganz klar bei industriellen Fleischhändlern, nicht bei den bäuerlichen Erzeugern. "Jetzt muss Schluss sein mit Rosstäuscherei und Pferdeschieberei quer durch Europa", ist Auer über das Ausmaß des Skandals entsetzt.

Initiative "Heimisch kaufen - Österreichische Arbeitsplätze sichern!"

"Wir haben mit der Initiative 'Heimisch kaufen - Österreichische Arbeitsplätze sichern!' vor drei Jahren den richtigen Weg eingeschlagen und knapp 150 österreichische Lebensmittelverarbeiter auf der Plattform www.heimischkaufen.at versammelt. Unsere Bauern und Verarbeiter produzieren gesunde, hochqualitative Nahrungsmittel, die einem strengen Lebensmittelkodex unterliegen. Ein sehr sicherer Weg beim Einkaufen ist eine gezielte Suche nach Produkten regionaler Herkunft", appelliert Auer an die Konsumenten, auf die Herkunft der Erzeugnisse zu achten.

"Irreführenden Verpackungsaufschriften, Österreich-Fähnchen sowie lügnerische Produktbezeichnungen und - beschreibungen gehört schnellstens ein Riegel vorgeschoben. Hier ist Gesundheitsminister Stöger gefordert, in Brüssel endlich die richtigen Maßnahmen umzusetzen. Die EU-Kommission hat passende Pakete dazu längst in der Schublade liegen. Jetzt ist der Moment da, die Schublade aufzumachen und politische Maßnahmen zu setzen, um eine Regelung im Sinne der Konsumenten sowie der landwirtschaftlichen Produzenten auf Schiene zu bringen. Auch wenn die Industrielobbyisten in Brüssel gegen Kennzeichnung und Transparenz arbeiten - das Vertrauen in die gesamte Branche kann jetzt nur noch durch hartes Durchgreifen wieder hergestellt werden", forderte Bauernbund-Präsident Auer.
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