AMS: 2012 gab es weniger Sperren von Arbeitslosengeld und Notstandshilfe

Rückgang um 5.000 gegenüber 2011 - Rund 16.500 der insgesamt 99.000 Sanktionen wegen Verweigerung oder Vereitelung

Wien (OTS) - Im Jahr 2012 gingen die Sperren von Arbeitslosengeld und Notstandshilfe deutlich zurück. Insgesamt gab es im Vorjahr 98.901 Sperren, um 4.843 weniger als noch im Jahr 2011. "Wie auch immer wieder in der Vergangenheit beobachtet, sinken bei schwächerer Konjunktur auch die Sanktionen. Durch das höhere Arbeitskräftepotenzial und das geringere Stellenangebot gab es 2012 für die Betriebe mehr gut geeignete und auch motivierte Bewerberinnen und Bewerber. Dadurch meldeten die Betriebe dem AMS weniger Fälle, die Anhaltspunkte für etwaige Sanktionen wegen Missbrauchs von Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe gegeben hätten", erklärte Johannes Kopf, Vorstandsmitglied des AMS Österreich.

Auf insgesamt 16.574 Fälle (um 1.917 weniger als 2011) zurückgegangen sind die Sperren wegen Verweigerung oder Vereitelung einer Arbeitsaufnahme oder Schulungsmaßnahme (nach § 10 ALVG). In einem solchen Fall erwartet die Betroffenen eine Sperre des Arbeitslosengeldes oder der Notstandshilfe von sechs Wochen. Im Wiederholungsfall wird eine Sperre von acht Wochen verhängt. Bei gänzlicher Arbeitsunwilligkeit (nach § 9 ALVG), wird das Arbeitslosengeld oder die Notstandshilfe auch ganz gestrichen (2012:
in 207 Fällen/-85 ggü 2011).

Mehr als die Hälfte der insgesamt 98.901 Sperren von Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe gab es wegen Versäumnis eines Kontrolltermins (§ 49 des Arbeitslosenversicherungsgesetzes). Hält ein/e Arbeitsuchende/r den mit seinem oder seiner Berater/in vereinbarten Termin nicht ein bzw. bleibt dem Termin unentschuldigt fern, setzt das AMS vorübergehend das Arbeitslosengeld oder die Notstandshilfe bis zur neuerlichen Kontaktaufnahme bzw. Dokumentation von entschuldbaren Gründen aus. Im Vorjahr war dies 54.877 Mal (minus 1.294 gegenüber 2011) der Fall.

Bei Selbstkündigung oder selbstverschuldeter Beendigung eines Dienstverh ältnisses erhält man nach § 11 Arbeitslosenversicherungsgesetz für die ersten vier Wochen kein Arbeitslosengeld. Davon waren im Vorjahr insgesamt 27.450 Personen betroffen, um 1.572 weniger als noch 2011. Auch diese F älle werden in der Statistik zu den Sanktionen ausgewiesen.

Zum Vergleich: Während im Jahr 2009 gesamt rund 93.000 Sanktionen ausgesprochen wurden, kletterte dieser Wert 2010 auf rund 101.500 und 2011 auf rund 104.000 Fälle.

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