Kirchlicher Missbrauchssymposium: Im Parlament wird der Bock zum Gärtner gemacht

Wien (OTS) - Am 26.2.2013 wird im Budgetsaal des Parlaments in Wien -praktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit; selbst eine Eintragung im Terminkaleder des Parlaments wurde bislang unterlassen - das Symposium "Prävention von Missbrauch und Gewalt - ein gesamtgesellschaftliches Anliegen" stattfinden. Die Veranstalter:
NR-Präsidentin Barbara Prammer und die sog. "Unabhängige Opferschutzanwaltschaft" ("Klasnic-Kommission").

Während sowohl die Opfer kirchlicher Gewalt als auch die breite Öffentlichkeit seit Jahren vergeblich auf die Einrichtung einer unabhängigen Untersuchungskommission warten, erreicht die Kooperation zwischen Staat und Kirche zum Schutz kirchlicher Interessen einen neuen moralischen Tiefpunkt. Mit aktiver staatlicher Unterstützung darf die katholische Kirche sich zur Aufklärerin und Missbrauchsbekämpferin hochstilisieren, ein nach Sicht der "Initiative Religion ist Privatsache" unerträglicher Zustand. "Der zynische Missbrauch von Räumlichkeiten der wichtigsten Einrichtung der Österreichischen Demokratie für kirchliche PR-Zwecke darf nicht hingenommen werden" zeigt sich Initiative-Vorstandsmitglied Eytan Reif empört. "Wir ersuchen NR-Präsidentin Prammer umgehend dafür Sorge zu tragen, dass dieses 'Symposium' nicht im Parlament stattfindet" so Reif, der sich zudem verwundert zeigte, dass "eine NR-Präsidentin sich ohne jegliche Legitimation für PR-Projekte der katholischen Kirche einspannen lässt und nebenbei auch das Parlament dazu verpflichtet".

Spätestens seitdem die "Klasnic-Kommission" per Bescheid der Datenschutzkommission vom 14.12.2012 unmissverständlich als Einrichtung der katholischen Kirche deklariert wurde, ist die staatliche Unterstützung für diese nach Sicht der Initiative nicht mehr tragbar. Während laut Reif einer freiwilligen Opferentschädigung seitens der Kirche nichts entgegenzusetzen ist, ist die Rolle der katholischen Kirche als de facto Aufklärungsbeauftragte der Republik "absurd". "Der Eifer, mit dem Politiker wie Prammer und sogar Bundespräsident Fischer diesen grotesken Rollentausch unterstützen, ist beschämend. Noch bedenklicher ist aber der Umstand, dass die ÖVP-nahe VfGH-Vizepräsidentin Brigitte Bierlein sowie die Grazer OLG-Richterin Caroline List durch ihren Einsatz für die Kirche als Mitglieder der Klasnic-Kommission diesen Etikettenschwindel ebenfalls unterstützen" so Reif, der sich eine "gründliche staatliche Aufklärung nach irischem Muster" wünscht.

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