AK fordert Arbeitsmarktzugang für Asylwerber

Linz (OTS) - Der Hungerstreik von Asylwerbenden in der Wiener Votivkirche ist nur die Spitze des Eisberges: Tausenden Menschen wird in Österreich der Zugang zum Arbeitsmarkt und damit zu einem würdevollen Leben verweigert. Die AK Oberösterreich fordert daher die Aufhebung der Beschränkung auf bestimmte Saisonnierjobs und einen vollen Arbeitsmarktzugang für Asylwerber/-innen.

Aufgrund eines Erlasses des damaligen Arbeitsministers Bartenstein aus dem Jahre 2004 dürfen Beschäftigungsbewilligungen an Asylwerber/-innen nur im Bereich der Saisonbeschäftigung im Tourismus bzw. in der Land- und Forstwirtschaft ausgestellt werden. Freien Zugang haben Asylwerber/-innen zu selbständigen Tätigkeiten, in die aber auch die Prostitution hineinfällt.

"Das ist - auch angesichts des von der Wirtschaft beklagten Fachkräftemangels - eine paradoxe Situation", zeigt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer auf. Die Beschäftigungsmöglichkeiten für Asylwerber/-innen müssen erweitert und der sogenannte Bartenstein-Erlass aufgehoben werden. Darüber gibt es in Oberösterreich breiten Konsens zwischen Nichtregierungsorganisationen und Sozialpartnern.

Konkret tritt die AK - entsprechend einer Vereinbarung der Sozialpartner beim Bad Ischler Dialog 2011 - dafür ein, dass Asylwerber/-innen sechs Monate nach Asylantragstellung in Österreich die Möglichkeit haben sollen, eine Beschäftigungsbewilligung zu erhalten. "Dabei handelt es sich nicht um einen Gnadenakt, sondern der Arbeitsmarktzugang ermöglicht Asylwerbern, unabhängig von staatlichen Leistungen zu werden, sich frühzeitig zu integrieren und ihre Kenntnisse und Fähigkeiten nicht zu verlieren, selbst wenn sie das Land wieder verlassen müssen", erklärt der AK-Präsident.

Damit wäre nicht nur für einen gerechten Umgang mit Asylwerber/-innen in Österreich gesorgt, sondern auch ein wertvoller Beitrag gegen Ressentiments geleistet. "Davon profitieren die Asylwerber/-innen selbst, die gesamte Gesellschaft und insbesondere die Wirtschaft", so Kalliauer.

Rückfragen & Kontakt:

Arbeiterkammer Oberösterreich, Kommunikation
Martina Macher
Tel.: (0732) 6906-2190
martina.macher@akooe.at
http://www.arbeiterkammer.com

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKO0001