Sozialbericht von Sozialminister Hundstorfer und OECD bestätigen: Einkommen in Österreich gleichmäßiger verteilt als in anderen Ländern

Österreich ist Vizeweltmeister bei Umverteilung; kein Bedarf an noch mehr Umverteilung

Wien (OTS/PWK073) - "Die Schauermärchen rund um die Einkommens-
und Vermögensverteilung in Österreich haben nur eine populistische Ursache ohne sachliche Grundlage. Es sollen noch mehr Eigentumssteuern eingeführt werden, die letztlich den Mittelstand und die heimischen Betriebe belasten", sagt Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung Sozialpolitik in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), zu den heutigen Aussagen von SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter, wonach ohne eine Vermögensbesteuerung eine "Verschärfung der ungerechten Einkommens- und Vermögensverteilung in Österreich" drohe. Gleitsmann verweist dabei auf den Sozialbericht des Sozialministeriums und entsprechende Eurostat-Zahlen.

Dem Sozialbericht von Minister Hundstorfer ist eindeutig zu entnehmen, dass Österreich bei den Einkommen "eine deutlich gleichere Verteilung als der EU-27-Durchschnitt" hat. Einkommen in Österreich seien im europäischen Vergleich hoch und sehr gleichmäßig verteilt. Auch die Krise 2008/09 hat an dieser günstigen Verteilung nichts geändert. Das wird auch von den Eurostat-Berechnungen bestätigt. Demnach beträgt der GINI-Koeffizient (je kleiner, desto gleichmäßiger ist die Einkommensverteilung) in Österreich 0,26, in Deutschland 0,29, in der EU 0,31. "Wir haben kein Verteilungsproblem und daher keinen Bedarf an noch mehr Umverteilung", verweist Gleitsmann auch auf die OECD-Studie "Divided We Stand", wonach Österreich gemeinsam mit Belgien weltweit am meisten bei den Einkommen umverteilt.

"Durch das Steuersystem, welches Besserverdiener überproportional zur Kasse bittet, durch die Solidarabgabe und die Vermögenszuwachsbesteuerung, welche ab 1. Jänner 2013 in Kraft sind, die gute Beschäftigungslage und das wohldotierte Sozialsystem wird Armut ebenso wirksam bekämpft wie überproportionale Einkommensunterschiede", so Gleitsmann. Österreich liegt bei den Sozialausgaben pro Kopf unter den 27 EU-Staaten an vierter Stelle -noch vor Schweden. "Der österreichische Sozialstaat braucht daher nicht noch mehr Mittel, sondern muss diese besser einsetzen - derzeit fließt etwa die Hälfte in Pensionen", kritisiert Gleitsmann, dass es noch zu wenig wirksame Maßnahmen gibt, um das faktische Pensionsantrittsalter auf das gesetzliche anzuheben.

Vermögen sind zwar ungleicher verteilt als Einkommen. Über den Lebensstandard entscheidet aber mehr das Einkommen. Wer alles in ein Haus oder ein Unternehmen investiert, hat längerfristig in der Regel mehr Vermögen, aber bis dahin einen niedrigeren Lebensstandard. Am ungleichsten ist im Übrigen die Einkommensteuerbelastung: Die obersten 10 Prozent der Einkommensbezieher tragen rund 60 Prozent der Steuerleistung. (PM)

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