Industrie: Vermögenssteuern kosten heimische Arbeitsplätze

IV-GS Neumayer: Begrüßen klare Aussagen von Vizekanzler, Wirtschaftskammer-Präsident und IHS-Chef - Abgabenquote von 42 auf 38 Prozent des BIP senken - Faktor Arbeit jetzt entlasten

Wien (OTS/PdI) - "Vermögenssubstanzsteuern sind der falsche Weg und kosten Wachstum und damit heimische Arbeitsplätze. Überdies ist Österreich bereits eines der am meisten umverteilenden Höchststeuerländer der Welt. Hier gibt es keinen Spielraum mehr nach oben. Vielmehr sind bis 2018 Einsparungen von vier Prozent-Punkten des BIP über Strukturreformen insbesondere in den Bereichen Verwaltung und Pensionen erzielbar, ohne irgendwelche Steuern und Abgaben zu erhöhen", erklärte der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Christoph Neumayer, heute, Mittwoch. Darüber hinaus würde die Einführung von weiteren Vermögensteuern, die überhaupt substanzielle Volumina generieren sollen, den breiten Mittelstand treffen und enormen administrativen Aufwand bedeuten. Demgegenüber seien durch die Erhöhung des faktischen Pensionsantrittsalters wesentliche positive Wachstumseffekte zu generieren. Die klaren jüngsten Aussagen von Vizekanzler Dr. Michael Spindelegger, Wirtschaftskammer-Präsident Dr. Christoph Leitl und IHS-Chef Dr. Christian Keuschnigg seien daher zu begrüßen. Was das Drehen an der Steuerschraube für einen Standort und Arbeitsplätze bedeuten, kann gegenwärtig in abschreckender Weise in Frankreich nachvollzogen werden. Ziel der Industrie sei es, "die Abgabenquote bis 2018 von derzeit 42 auf 38 Prozent des BIP zu senken und den Faktor Arbeit spürbar zu entlasten. Bis 2018 sind gleichzeitig ausgabenseitige Strukturreformen in der Größenordnung von vier Prozent-Punkten des BIP zu lukrieren."

Faktor Arbeit entlasten - Mehr Wachstum schaffen

"Die Entlastung des Faktors Arbeit über eine Reform des Einkommensteuertarifs und eine substanzielle Reduktion der Arbeitszusatzkosten um insgesamt über zehn Milliarden Euro bis 2018 ist der wesentliche Hebel für mehr Wachstum, zur Sicherung von Arbeitsplätzen und für Investitionen in die Zukunft", betonte der IV-Generalsekretär. "Das österreichische Steuersystem insgesamt ist dringend reformbedürftig. Daher hat die Industrie im Vorjahr eine umfassende Reform zum Steuer- und Abgabensystem vorgelegt, die bis 2018 rund 180.000 zusätzliche Arbeitsplätze in Österreich schaffen soll", erklärte Neumayer. Die österreichische Abgabenquote sei 2010 bei 41,9 Prozent und damit wesentlich über dem Schnitt der EU-27 mit 38,4 Prozent gelegen. Für 2013 gehe der Bundesvoranschlag sogar von einem weiteren Anstieg auf 43,1 Prozent aus. Dass es im Bereich Arbeitszusatzkosten Handlungsbedarf gebe, zeige der internationale Vergleich: "Es ist unfair, wenn von 100 Prozent der Arbeitskosten, die Unternehmerinnen und Unternehmer zahlen, nur 51,6 Prozent bei den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ankommen. Hier müssen wir ansetzen", so Neumayer. Im OECD-Schnitt liegt die Gesamtlast an Steuern und Abgaben bei 35,2 Prozent der Arbeitskosten.

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