Lückenlose Aufarbeitung der Heimerziehung

Umfassende Studie zum Fürsorgesystem der Länder Tirol und Vorarlberg in der Nachkriegszeit

Bregenz (OTS/VLK) - Vor einem halben Jahr wurde der erste Teil eines Forschungsberichts zur Geschichte der Tiroler und Vorarlberger Erziehungsheime vorgelegt. Nun wird diese Arbeit durch eine umfassende Studie mit Fallbeispielen und Zeitzeugenberichten ergänzt. Mit diesem Auftrag betrauen die beiden Länder erneut das Institut für Erziehungswissenschaften der Universität Innsbruck.

"Seelische, physische und sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche dürfen in der öffentlichen Fürsorge keinen Platz haben. Deshalb ist es wichtig, dass parallel zu den Maßnahmen der Opferschutzstelle eine lückenlose geschichtliche Aufarbeitung des in der Vergangenheit Geschehenen vorgenommen wird", sagt Soziallandesrätin Greti Schmid. Das bekräftigt auch Wissenschaftslandesrätin Andrea Kaufmann: "Es gehört zu den wesentlichen Aufgaben wissenschaftlicher Forschung, sensible gesellschaftspolitische Themen aufzugreifen, zu enttabuisieren und dadurch den Weg zu bereiten, damit eine offene Diskussion und Verbesserungen möglich werden."

In der bereits vorliegenden Vorstudie haben die Innsbrucker Uni-Professorin Michaela Ralser und ihr Team den inhaltlichen Rahmen des Themas abgesteckt und den gegenwärtigen Forschungsstand erhoben. Ziel der daran anknüpfenden Untersuchung ist es nun, das Fürsorgeerziehungssysem der Länder Tirol und Vorarlberg in der Nachkriegszeit bis in die 1980er-Jahre eingehend zu analysieren. Dabei geht es nicht nur um die Vorkommnisse in den Erziehungsheimen, sondern auch um rechtliche und politische Rahmenbedingungen in jenen Jahren und um die Rolle von Kinderpsychiatrie, Schule und Behindertenhilfe. Veranschaulicht wird dies anhand von Fallbeispielen und Interviews mit Zeitzeuginnen und -zeugen.

Die Arbeit soll im Jahr 2015 fertiggestellt und dann noch durch eine separate Studie zum Knabenheim Jadgberg ergänzt werden. Die Gesamtkosten sind mit rund 166.000 Euro veranschlagt, davon werden 60 Prozent vom Land Tirol und 40 Prozent vom Land Vorarlberg finanziert.

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