EGMR-Urteil: ein würdiger Schlussstrich unter dem Pontifikat Josef Ratzingers

Wien (OTS) - Als "überfällig und zugleich wegweisend" begrüßt die "Initiative Religion ist Privatsache" das heute bekannt gegebene Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR). Dieses richtet sich gegen die in Österreich praktizierte Diskriminierung von gleichgeschlechtlichen Paaren im Bereich der Kinderadoption. Für Initiativevorstand Heinz Oberhummer stellt das Urteil "eine schallende Ohrfeige" für all jene dar, die versuchen, "an der Demokratie vorbei und unter Missachtung der Menschenrechte eine religiös motivierte Agenda aufrecht zu halten". Oberhummer sieht nicht nur die offensichtlich pro-religiöse Gerichte Österreich in die Pflicht genommen sondern insbesondere den Gesetzgeber gefordert, aktiv zu werden: "jede Form der religiös motivierten Diskriminierung hat auf höchster Ebene vom Gesetzgeber beseitigt zu werden. Konservative Kreise - und allen voran die ÖVP - sollten endlich verinnerlichen, dass religiöse Wertvorstellungen im 21. Jahrhundert keinen Ausgangspunkt für die Gesetzgebung darstellen können. Die Blockade der gesetzlichen Gleichstellung sexuell verschieden orientierter Menschen müssen sie daher endlich aufgeben".

Für Oberhummer stellt die zeitliche Nähe der jüngsten EGMR-Entscheidung zur Rücktrittserklärung des Papstes einen "glücklichen und hochsymbolischen Zufall" dar. "Würdiger, als mit diesem Urteil, könnte man das konservative und über weite Strecken homopobe Pontifikat Josef Ratzingers nicht abschließen", so Oberhummer.

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