Volkshilfe mahnt: Österreich bei Bildungsgerechtigkeit Schlusslicht

Präsident Weidenholzer: "Kinder von armen Eltern dürfen nicht die armen Erwachsenen von morgen werden."

Wien (OTS) - Anlässlich des Welttages der Sozialen Gerechtigkeit am 20. Februar macht Volkshilfe Präsident Univ. Prof Dr. Josef Weidenholzer auf den Zusammenhang zwischen Bildungschancen und Herkunft aufmerksam. "In Österreich gilt immer noch: Wer arme Eltern hat, hat schlechtere Chancen in der Schule. Eine gute Ausbildung ist aber ein wesentlicher Faktor zur Vermeidung von Armut. Wenn es um Bildungsgerechtigkeit geht, ist Österreich Schlusslicht", sagt der Volkshilfe Präsident.

Aktuelle Studien bestätigen Mangel bei Bildungsgerechtigkeit

Der im Jänner veröffentlichte nationale Bildungsbericht zeigt den Zusammenhang zwischen der Bildung der Eltern und der Schulwahl der Kinder deutlich auf: 70% der angehenden AHS-SchülerInnen haben Eltern, die mindestens eine Matura haben. Von jenen, die in die Haupt- oder Neue Mittelschule wechseln, sind dies nur 30 bis 35%. Bestätigt wird auch, dass Kinder von Eltern in mittleren und höheren Tätigkeiten eine weitaus höhere Chance haben mit 17 Jahren eine höhere Schule zu besuchen als Kinder von Eltern in angelernten Berufen und Hilfsberufen.

Eine Spezialauswertung der PISA-Studie von letzter Woche zeigt, dass der Unterschied zwischen Kindern mit niedrigerem und hohem sozioökonomischen Status in Österreich besonders groß ist. Die Ranking-Plätze hinter Österreich belegen nur noch Ungarn, Belgien und Luxemburg.

Armut mit Bildung bekämpfen

"Es ist eine Schande, dass Österreich im internationalen Vergleich bei der Bildungsgerechtigkeit eine Schlusslichtposition einnimmt", kritisiert Weidenholzer und fordert mehr Bildungsgerechtigkeit. "Nur eine Gesellschaft, die allen Menschen unabhängig von sozialer Herkunft und Migrationshintergrund die gleichen Bildungschancen eröffnet, ist den Herausforderungen der Zukunft auch gewachsen."

Zu den zentralen Forderungen der Volkshilfe zählen die gemeinsame Schule der 10- bis 14-jährigen, ein flächendeckendes Angebot von Ganztagsschulen sowie die gesetzliche Verankerung von Schulsozialarbeit. "Bildungsgerechtigkeit ist ein zentraler Teil sozialer Gerechtigkeit. Kinder armer Eltern dürfen nicht die armen Erwachsenen von morgen werden", so Weidenholzer abschließend.

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