Start des "Universum"-Dreiteilers "Mythos Amazonas"

Teil 1: "Grüne Hölle oder Paradies" am 19. Februar um 20.15 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Die dreiteilige "Universum"-Serie "Mythos Amazonas" von Christian Baumeister führt am Dienstag, dem 19. und 26. Februar, sowie am Dienstag, dem 5. März, jeweils um 20.15 Uhr in ORF 2 in die Welt des Regenwaldes am Amazonas. Eine Welt, die den ersten Europäern, die sie betraten, Angst machte: Sie nannten sie die "grüne Hölle", einen unheilvollen Ort voll fremder Pflanzen und Tiere, viele von ihnen giftig. Heute weiß man, welch unvergleichliche Artenvielfalt im Regenwald beheimatet ist, welch wichtige Rolle dieser einzigartige Dschungel als "grüne Lunge" für das Weltklima spielt und man ahnt, wie viele bislang unentdeckte Rohstoffe für Arzneien sich in seinem Blattwerk verbergen könnten. Die erste Folge der dreiteiligen Serie "Mythos Amazonas" zeigt, wie es im Laufe von Jahrmillionen zu der enormen Artenvielfalt im Regenwald Amazoniens kommen konnte und wie die Angst vor der grünen Hölle der Bewunderung für einen einzigartigen Lebensraum gewichen ist.

"Mythos Amazonas" beleuchtet diese Entwicklung, beginnend bei der Angst vor dem Unbekannten, die die Naturforscher im 19. Jahrhundert empfanden - und überwanden. Der Schrecken weicht der Faszination, als die Menschen die Vielfalt dieser Wunderwelt erkennen und das Zusammenwirken von Arten entdecken, die eigentlich Feinde sein sollten. Naturvölker zeigen Wege auf, mit dem Regenwald zu leben -ohne Abholzung und Brandrodung, sondern mit großem Respekt vor der Natur. Die Serie präsentiert auch vielversprechende Lösungsansätze, um diese einzigartige Landschaft zu retten.

Amazonien ist mehr als eine bloße Ansammlung von Myriaden von Arten, skurrilen Kreaturen und furchteinflößenden Räubern. Insgesamt drei Jahre lang arbeiteten Kamerateams unter der Regie des Tierfilmers Christian Baumeister in der Amazonasregion und legten dabei Tausende Kilometer zu Fuß, in Booten, Flugzeugen und Helikoptern zurück. Sie wagten sich in die entlegensten Winkel Amazoniens vor, das mit fast sieben Millionen Quadratkilometern etwa 80-mal so groß wie Österreich ist und neun Staaten umfasst: Brasilien, Französisch-Guayana, Suriname, Guyana, Venezuela, Kolumbien, Ecuador, Peru und Bolivien. Die Filmemacher benötigten Ausdauer, Glück und auch etwas Verrücktheit, um im artenreichsten Gebiet der Erde außergewöhnliche Tiergeschichten zu filmen: Sie erklommen die Gipfel von Urwaldriesen, tauchten zwischen überfluteten Baumwipfeln und wateten mitsamt der Ausrüstung durch hüfthohes Wasser.

Die Mühe machte sich bezahlt - etwa 300 bis 400 Stunden Filmmaterial brachten die Teams vom Dreh mit, darunter einzigartige Aufnahmen und spektakuläres, nie zuvor gefilmtes Tierverhalten. HD-Kameras, aufwendige Zeitlupen, Flugaufnahmen, Unterwasserkameras, Makroaufnahmen und Kranfahrten liefern Bilder höchster Qualität. "Mythos Amazonas" wurde von der Light & Shadow GmbH für NDR Naturfilm produziert, Koproduktionspartner sind der ORF, ARTE, National Geographic International und Animal Planet.

Teil 1 - "Grüne Hölle oder Paradies": Ein grüner Ozean, feucht und düster, unzugänglich und bedrohlich. Gewaltige Urwaldriesen überragen jedes Lebewesen und, unter den üppigen Kronen verborgen, eine Welt voller Gefahren - so erschien den Europäern der Regenwald am Amazonas lange Zeit. Sie prägten das Bild von der grünen Hölle, in der giftige Tiere und Pflanzen menschlichem Leben feindlich gegenüberstanden.

Heute weiß man, dass Amazonien ein Wunderwerk der Natur ist. Sein Regenwald ist der größte der Welt und seine Artenvielfalt an Land unübertroffen. Es war der Brite Alfred Russel Wallace, einer der frühen Naturforscher des 19. Jahrhunderts, der uns die paradiesische Seite Amazoniens näher brachte. Viele Jahre kämpfte Wallace sich durch den undurchdringlichen Wald, um so viele Arten wie möglich zu erfassen. Parallel zu Charles Darwin entwickelte er eine Theorie zur Entstehung der Arten - er ahnte eine Verbindung zu den Herausforderungen, vor die der Regenwald seine Bewohner/innen stellt. Doch erklären, was genau Amazonien so speziell und einzigartig macht, konnte er nicht.

Unter den grünen Kronen des Regendachs tummelt sich keineswegs das Leben, wie man es vermuten möchte. Die häufigen Regenfälle waschen alle Nährstoffe aus dem Boden und was eine Pflanze erst einmal in ihren Blättern gespeichert hat, verteidigt sie mit Giften und Bitterstoffen vor hungrigen Mäulern. Andere Regenwaldbewohner mussten deshalb Strategien entwickeln, diesen Schutz zu umgehen. Zwar gibt es in diesem Dschungel unzählige Arten - doch von jeder nur wenige Exemplare, die sich perfekt an eine Nische angepasst haben. Aras neutralisieren Pflanzengifte, indem sie mineralstoffhaltige Lehmklümpchen fressen. Der Flachlandtapir dagegen meidet giftige Gewächse, er frisst sie erst gar nicht: Seine "Superspürnase" warnt ihn vor Giftstoffen. Blattschneiderameisen gehen das Problem wieder anders an: Sie zerkauen giftige Blattstücke und nutzen sie als Nährboden für ihren unterirdischen Pilzgarten.

Das spärliche Nahrungsangebot ist nicht die einzige Herausforderung an die Regenwaldspezialisten. Im Sommer überflutet das Schmelzwasser aus den Anden das flache Amazonasbecken und verwandelt das Reich des Jaguars in das Hoheitsgebiet des Schwarzen Kaimans. Glück für die Seekuh: Ihr Lebensraum ist nun um ein Vielfaches größer. Es ist die beste Zeit für sie, ihre Jungen zur Welt zu bringen - in überfluteten Waldgebieten, dort, wo sonst Affen durch das Geäst schwingen. Doch nicht nur die Tiere und Pflanzen haben sich angepasst. Bis heute gibt es in unzugänglichen Gebieten Indianerstämme, die von und mit der Natur leben. Die Matis sind einer davon. Christian Baumeister hat sie begleitet und dokumentiert, wie sie mit Blasrohren im undurchdringlichen Regenwald geradezu meisterhaft auf die Jagd gehen.

Die wahre Dimension Amazoniens jedoch lässt sich erst aus der Luft begreifen. Flugaufnahmen zeigen das einzigartige Ausmaß der amphibischen Landschaft. Von den Wasserwelten der großen Ströme, vom Waldboden bis hinauf ins Kronendach der mächtigen Urwaldriesen -atemberaubende Bilder und Geschichten dokumentieren, wie verblüffend die Strategien der Tier- und Pflanzenarten Amazoniens sind.

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