Grüne Wien: Die Unsinnigkeit der Illegalität des Hanfkonsums beenden

Die gefährlichste Nebenwirkung von Cannabis sind die Auswirkungen der Illegalität

Wien (OTS) - "Die von der ÖVP geforderten Haartests für Cannabis-KonsumentInnen sind billiger Law-and-Order-Wahlkampf auf Kosten jeglicher Vernunft", so die Sozialsprecherin der Grünen Wien, Birgit Hebein. Der Konsum von Cannabis ist Alltagsrealität und muss ernst genommen werden. Allein ein Viertel der Wiener Bevölkerung unterschiedlichster sozialer Milieus und aller Altersgruppen haben bereits Erfahrung mit Hanfprodukten gemacht. Sieben Prozent konsumieren regelmäßig Cannabis. Die Tendenz ist steigend, wie ein aktuelles Suchtmittel-Monitoring der Stadt Wien zeigt. "Daher ist eine sachliche Diskussion über die Legalisierung von Cannabis eine logische Konsequenz", ergänzt Georg Prack, Landessprecher der Grünen Wien.

"Die Sicherheit der KonsumentInnen kann durch einen kontrollierten Markt verbessert werden, da der Schwarzmarkt keine Qualitätskontrollen kennt. Durch den Wegfall der Illegalität wären die KonsumentInnen nicht mehr der Gefahr einer strafrechtlichen Verfolgung ausgesetzt. Dabei könnte der Staat Steuereinnahmen lukrieren", betont Hebein. Das war mit Sicherheit auch mit ein Grund für die Legalisierung von Cannabis in Washington und Colorado. Selbst die Europäische Union hat seit 2010 keine Einwände gegen Initiativen der EU-Mitgliedsstaaten für eine Reglementierung von Cannabis und anderen verbotenen Drogen.

Durch eine Legalisierung von Cannabis wäre auch die Qualität und Dosierung nachvollziehbar und könnte wissenschaftlich untersucht werden. Allein für Österreich könnten durch eine Entkriminalisierung über Einsparungen und Steuereinnahmen mehr als 2 Milliarden Euro erwirtschaftet werden. Die Anzahl der KonsumentInnenen würde sich dabei, wie Beispiele in den Niederlanden, Tschechien und Portugal zeigen, nicht erhöhen. Vor allem eine Entkriminalisierung im medizinischen Bereich ist, wie es in den Vereinigten Staaten schon seit Mitte der 1990er Jahre der Fall ist, längst überfällig. Österreich ist auch bei der international anerkannten medizinischen Schmerztherapie mit Cannabis im Hintertreffen.

"Neben der Entkriminalisierung von CannabiskonsumentInnen geht es um die verbindliche Finanzierung von Aufklärung und Prävention. Aktive Drogenpolitik bedeutet Schaden zu minimieren, Prävention zu fördern und die Straffälligkeit zu verhindern. Cannabis ist nicht "harmlos", daher ist eine bewusste Auseinandersetzung mit Risiken im Rahmen der Suchtprävention notwendig. Dies fordern wir von der Bundesregierung ein," so Hebein und Prack abschließend.

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