GPA-djp Pick: Arbeitszeitverkürzung im Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit

Verlängerung der Arbeitszeit ginge auf Kosten der Jugend und wäre Anschlag auf Demokratie

Wien (OTS/ÖGB) - "Die aktuellen Forderungen der Industriellenvereinigung nach längeren Arbeitszeiten gehen in die völlige falsche Richtung. Bereits heute leiden ArbeitnehmerInnen am immer höher werdenden Arbeits- und Leistungsdruck, trauen sich kaum noch ihre Krankheiten auszukurieren und gleichzeitig leidet die Lebensqualität dramatisch unter diesen Entwicklungen. Offenbar möchten manche zurück in die düstere Vergangenheit des 19. Jahrhunderts, doch wir wollen zurück in die Zukunft und stellen die Menschen und ihre Bedürfnisse in den Mittelpunkt! Dementsprechend ist auch die aktuelle Debatte einiger WissenschafterInnen in Deutschland über die Verkürzung der Arbeitszeit eine wichtige und unterstützenswerte. Die neuen Technologien, die hohe Produktivität und die bereits wieder steigenden Gewinne müssen den ArbeitnehmerInnen zu Gute kommen, daher braucht es dringend eine Arbeitszeitverkürzung. Schließlich würde diese in Österreich rund 130.000 neue Arbeitsplätze schaffen und in Folge weitere", so Peter Pick, Wiener Jugendvorsitzender der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp).++++

"Unter Anbetracht der gewaltigen Jugendarbeitslosigkeit in Europa müssen wir die vorhandene Arbeit gerecht verteilen und dafür sorgen, dass bestehende Vereinbarungen eingehalten werden. Eine Arbeitszeitverlängerung oder auch ein höheres Pensionsantrittsalter würde auf Kosten der Jugend gehen, denn dadurch hätten sie noch weniger Chancen auf einen gutbezahlten, ordentlichen Arbeitsplatz. Dementsprechend werden wir konsequent die Märchen und Panikmache einiger Arbeitgebervertreter aufklären. Letztlich geht es um eine Grundsatzfrage: Ist der Mensch für die Wirtschaft da oder die Wirtschaft für den Menschen?", so Pick.

"Die GPA-djp-Jugend fordert schon seit Jahren eine Arbeitszeitverkürzung, denn es geht auch um die Lebensqualität der Menschen und eine Teilhabe am sozialen, kulturellen und sportlichen Leben. Speziell von konservativer Seite ist die Forderung nach längeren Arbeitszeiten besonders skurril. Schließlich würde dadurch die ohnehin bereits sehr, sehr schwierige Vereinbarkeit von Beruf und Familie nochmals dramatisch verschlechtert und Eltern hätten kaum bis gar keine Zeit um die Entwicklung ihres Kindes zu unterstützen. Aber es ist auch eine Frage der Demokratie! Denn wer hat bei immer längeren Arbeitszeiten noch die Kraft sowie Ressourcen sich mit politischen Entwicklungen auseinandersetzen und sich daran zu beteiligen? Offenbar verfolgen einige das Ziel, die große Masse an ArbeitnehmerInnen auszugrenzen, um schamlos ihre Profitgier zu befriedigen. Dementsprechend erteilen wir einer Arbeitszeitverlängerung eine klare Absage und fordern vehement das erfolgreiche Modell der Arbeitszeitverkürzung. Denn die Beispiele der Vergangenheit unterstreichen die Vernunft dieser Maßnahmen: So wurde 1959 die Wochenarbeitszeit von 48 auf 45 Stunden reduziert sowie zwischen 1970 und 1975 weiter auf vierzig Stunden. In den achtziger Jahren kam es in wichtigen Kollektivverträgen zu einer Verkürzung auf 38,5 Stunden. Das Resultat war mehr Beschäftigung und Wohlstand", so Pick abschließend.

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