Nicht jeder hat sein täglich Brot - Wir fasten während andere hungern

Jedes fünfte Stück Brot landet im Müll - 3,7 Millionen Menschen in Kenia hungern

Graz (OTS) - In Österreich werden jedes Jahr eine Million Tonnen an Lebensmitteln weggeworfen. Jedes fünfte Stück Brot landet im Müll. Der verschwenderische Umgang mit Lebensmitteln hat einen neuen Höhepunkt erreicht.

"Dem gegenüber stehen aktuell fast eine Milliarde Menschen in den Entwicklungsländern, die an Hunger und Unterernährung leiden", so der evangelische Bischof Michael Bünker anlässlich eines Pressegesprächs am Aschermittwoch in Graz. "Die Zahl der Menschen, deren täglich Brot nicht ausreichend gesichert ist, steigt weiter an", beklagt der evangelische Bischof.

Hoffnung in Zeiten der Dürre schenken

In Kenia leiden 3,7 Millionen Menschen, darunter tausende Kinder, unter den langen Dürrephasen. Die Menschen vor Ort sind über lange Strecken hinweg nicht ausreichend mit Nahrung und sauberem Trinkwasser versorgt. Hinzu kommen hohe Preise für Grundnahrungsmittel. Mais, eines der Hauptnahrungsmittel kostet in Kenia derzeit mehr als in Österreich. Das bedeutet, dass die Menschen bis zu 80 Prozent ihres Einkommens für Nahrungsmittel aufbringen müssen. Betroffene Menschen leben tagtäglich mit Problemen wie Mangelernährung, Verlust von Tierbestand, Wasserknappheit und Krankheiten. "All diese Bedrohungen, die die immer häufiger werdenden Dürreperioden mit sich bringen, machen Entwicklungshilfe-Projekte nötig", betont Michael Bünker.

Gemeinsam mit der Partnerorganisation der Anglikanischen Kirche "Christian Community Services" (CCS) baut "Brot für die Welt" in den betroffenen Gebieten Kenias nachhaltige Strukturen zur Ernährungssicherheit auf. Aleksandra Kolodziejczyk, entwicklungspolitische Referentin von "Brot für die Welt" besuchte Ende Jänner den Projektpartner in der Mount Kenya East Area. "Besonders beeindruckte mich die ganzheitliche Arbeitsweise unseres Projektpartners. In Workshops wird den Leuten vermittelt, wie sie ihre Ernteerträge steigern können, was eine vollwertige Ernährung ausmacht und welche hygienischen Bedingungen einzuhalten sind", erzählt die Projektreferentin vom Projektbesuch.

Die Zusammenhänge von Landwirtschaft, Ernährung und Gesundheit zeigten sich drastisch im Jahr 2011. Durch die anhaltende Dürre erzielten die Kleinbauern eine unzureichende Ernte. Die tägliche Mahlzeit war keine Selbstverständlichkeit mehr. Fehlende Ernährungssicherheit bedeutet Unterernährung und Hunger. Nicht nur für Menschen, sondern auch für deren Viehbestand. Durch den Verlust des Viehs ging eine wichtige Einkommensquelle für die Kleinbauern verloren. Dies führte dazu, dass sich die betroffenen Menschen nicht mal mehr Seife leisten konnten. Mangelnde Hygiene und daraus resultierende Krankheiten waren die Folge. In Zeiten der Dürre war es den Menschen oft nicht möglich die Arztrechnungen zu begleichen.

Wir fasten während andere hungern

"Die steigende Zahl der Hungernden und die daraus resultierenden Probleme sind besonders beschämend, da sie auch politisch verursacht sind. Wir dürfen nicht vergessen: Die Hungerproblematik ist eine Verteilungsproblematik", verdeutlicht Michael Bünker. Immer wieder sind es die Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit, die von den Regierungen gekürzt werden und auch Österreich nimmt seine Verantwortung nicht ausreichend wahr. "Deshalb ist das private und kirchliche Engagement in der Entwicklungszusammenarbeit besonders wichtig. Außerdem fordern wir immer wieder, dass die Österreichische Regierung den versprochenen Beitrag von 0,7 Prozent des Nationaleinkommens für die Entwicklungshilfe leisten muss", betont der Bischof.

"Brot für die Welt" engagiert sich in der Entwicklungspolitik

"Brot für die Welt" ist die entwicklungspolitische Aktion der evangelischen Kirche. Schwerpunkte in der Projektarbeit von "Brot für die Welt" sind neben Ernährungssicherung, die Inklusion von Menschen mit Behinderung, Randgruppen Bildung ermöglichen, Friedensarbeit im Nahen Osten und die Stärkung von Frauen.

In der Fastenzeit wird "Brot für die Welt" in Kärnten, Niederösterreich und der Steiermark die Kampagne "Hoffnung in Zeiten der Dürre" mit Großflächenplakaten bewerben. "Mit dieser Aktion wollen wir das Thema Entwicklungszusammenarbeit wieder stärker in das Bewusstsein der Menschen rücken. Das Engagement für hungernde und notleidende Menschen ist wichtiger als je zuvor", betont Bischof Bünker.

"Brot für die Welt" bittet dringend um Ihre Unterstützung. Spendenkonto: 900 566 00 - PSK Bank - BLZ 60 000

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