Falter veröffentlicht Akte im Fall Fellner

Wien (OTS) - Justiz verdächtigt Immofinanz-Boss Petrikovics den Medienmachern 3,2 Millionen zugeschanzt zu haben. Helmuth Fellner als Beitragstäter verdächtigt. Wolfgang Fellner soll Nutznießer sein.

Die Wiener Wochenzeitung Falter berichtet in ihrer morgen Mittwoch erscheinenden Ausgabe über neue Ermittlungsergebnisse im Fall der Medienmanager Wolfgang und Helmuth Fellner.

Wie Falter-Recherchen ergaben, verdächtigt die Soko Constantia Immofinanz-Boss Karl Petrikovics, seine "Befugnisse wissentlich missbraucht zu haben". Er soll die " ihm auferlegte Sorgfaltspflicht eines ordentlichen Kaufmanns über fremdes Vermögen zu verfügen außer Acht gelassen haben".

Nutznießer der mutmaßlichen Verbrechen sollen Helmuth Fellner und Wolfgang Fellner sein. Die Fellnersche "Medienbeteiligungen Privatstiftung" soll 2004 im Rahmen der Rückabwicklung eines Immobilienkaufs eines Hauses in der Geiselbergstraße über einen Treuhänder 8,1 Millionen Euro von der Immofinanz kassiert haben.

Von diesem Betrag sollen rund 3,2 Millionen Euro "ohne Rechtsgrundlage" geflossen sein, also veruntreut worden sein, so der Verdacht. Helmuth Fellner stellte bei einem Immobiliendeal fiktive Grunderwerbssteuern und fiktive Erträge in der Höhe von je 1,6 Millionen Euro in Rechnung, eine Summe die Petrikovics nicht hätte zahlen dürfen. Die Aktionäre der Immofinanz seien geschädigt worden. Die Betroffenen weisen die Vorwürfe zurück.

Wie der Falter berichtet, wurde das Verfahren gegen Wolfgang Fellner bereits vergangenes Jahr eingestellt. Das Bundeskriminalamt erwähnt ihn aber weiter als Nutznießer der mutmaßlichen Untreue. Bei der Staatsanwaltschaft wird versichert, dass das Verfahren jederzeit "formlos" wieder fortgesetzt werden könne. Das Innenministerium rügt zudem, dass die Unterlagen, die bei einer Razzia im Jahr 2011 bei Wolfgang Fellner sichergestellt worden waren, von der Justiz bis heute nicht entsiegelt sind.

Österreich-Herausgeber Wolfgang Fellner bestreitet die Vorwürfe vehement und hält die Ermittlungen für rechtswidrig, da sein Fall vergangenes Jahr eingestellt wurde. Er habe mit den inkriminierten Immobiliendeals nichts zu tun. Sein Bruder Helmuth Fellner war, ebenso wie Karl Petrikovics, gegenüber dem Falter zu keiner Stellungnahme bereit. In den Verhören weist aber auch er die Vorwürfe zurück. Einen ausführlichen Exklusivbericht lesen Sie im heute Abend erscheinenden Falter.

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