WKÖ-Hochhauser: Alternativen zur Kreditfinanzierung forcieren

WKÖ-Generalsekretärin fordert bei Bankenkonferenz Nachfolgemodell für Mittelstandsfinanzierungsgesellschaft

Wien (OTS/PWK055) - Für eine Verbreiterung der Finanzierungsmöglichkeiten mittelständischer Unternehmen und die Forcierung von Alternativen zur Kreditfinanzierung sprach sich Wirtschaftskammer-Generalsekretärin Anna Maria Hochhauser heute Montagvormittag bei der Bankenkonferenz 2013 der Bankenwissenschaftlichen Gesellschaft aus. Dabei standen die Finanz-und Schuldenkrise sowie anstehende neue Regulierungen und deren Auswirkungen auf das Bankengeschäft im Mittelpunkt.

"Die größte anstehende Herausforderung für die Banken wird sein, dass die Kumulation der regulatorischen Belastungen für die Kreditwirtschaft in Reaktion auf die Finanzkrise - von der Bankensteuer über die EU-Umsetzung von Basel III und die Bankenunion bis zum Bankeninsolvenzrecht - nicht zu groß wird. Für die mittelständische Wirtschaft geht es - neben Wachstum und gezielten Investitionsanreizen - insbesondere auch darum, den Zugang zu Finanzierung sicherzustellen und damit auch um den Ausbau von Beteiligungsfinanzierung", so Hochhauser. Sowohl bei Private Equity als auch bei Venture Capital gebe es in Österreich deutlichen Aufholbedarf im Vergleich zu den europäischen Partnerländern. Gefordert seien etwa die Schaffung eines Rechtsrahmens für Private Equity und Venture Capital, der den internationalen Standards entspricht, sowie steuerliche Anreize für Business Angels.

Zudem entstehen neue Finanzierungsansätze wie "crowd funding" und Bürgerbeteiligungsmodelle, für die rechtskonforme Lösungen gefunden werden müssen. Die WKÖ hat dazu, unter Einbindung von Bankenvertretern, eine Plattform für den Austausch aller Beteiligten eingerichtet, die im Laufe des ersten Halbjahres konkrete Vorschläge vorlegen soll.

"Um auch KMU den Zugang zum Kapitalmarkt zu ermöglichen, muss zudem rasch ein geeignetes Nachfolgemodell für Mittelstandsfinanzierungsgesellschaften gefunden werden", forderte die WKÖ-Generalsekretärin.

Ganz generell seien die österreichischen Unternehmen mit ihrer Hausbank trotz Finanz- und Wirtschaftskrise "durchaus zufrieden", betonte Hochhauser und verwies auf entsprechende Ergebnisse von WKÖ-Umfragen. Demnach haben deutlich weniger als 10 Prozent der Betriebe Probleme beim Zugang zu Betriebsmittelfinanzierungen, gar nur 2 Prozent sehen Schwierigkeiten bei Kreditverlängerungen. Und:
Die meisten Unternehmen, nämlich zwei Drittel, orten seit Beginn der Finanzkrise keine Änderung des Verhaltens der Banken ihnen gegenüber. Im Gegensatz zur Eurozone hat es in Österreich auch im vergangenen Jahr einen Zuwachs von Unternehmenskrediten gegeben, konkret um 7,5 Mrd. auf 64 Mrd. Euro in den ersten drei Quartalen 2012 gegenüber dem Vergleichszeitraum 2011. Von Kreditklemme könne derzeit also keine Rede sein, so Hochhauser. Deutliche Veränderungen zeigten sich hingegen beim Investitionsverhalten der Betriebe. Vor allem Erweiterungsinvestitionen werden eingeschränkt oder verschoben.

Im Hinblick auf die Umsetzung von Basel III in EU-Recht sei es in den bisherigen Verhandlungen gelungen, deutliche Verbesserungen bei den Kapitalanforderungen für KMU-Kredite zu erreichen. Gravierende negative Auswirkungen auf die Kreditfinanzierung seien daher nach heutigem Stand nicht mehr zu befürchten, so die WKÖ-Generalsekretärin abschließend. (SR)

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