Pirklhuber zu Greenpeace-Fund: Pestizide in Lebensmitteln als Folge industrialisierter Landwirtschaft

Grüne fordern Verbot von Totalherbiziden für das neue ÖPUL

Wien (OTS) - "Spuren von Pestiziden sind eine Folge der industrialisierten Agrarwirtschaft. Der massive Einsatz von Glyphosat in der österreichischen Landwirtschaft führt dazu, dass dieses Totalherbizid letztendlich auch in die Lebensmittelkette gelangt. Wenn wir das verhindern wollen, müssen wir den Einsatz von Totalherbiziden reduzieren. Deshalb fordere ich, ein Verbot als Massnahme in das neue ÖPUL aufzunehmen", erklärt Wolfgang Pirklhuber, Landwirtschaftsprecher der Grünen.

Wie heute bekannt geworden ist, haben Analysen im Auftrag der Umwelt-NGO Greenpeace Spuren des Totalherbizids Glyphosat in Mehl und Backwaren nachgewiesen. Dies teilte Greenpeace in einer Aussendung mit. Das Totalherbizid-Verbot könnte laut Pirklhuber im Österreichischen Programm für Umweltgerechte Landwirtschaft (ÖPUL) festgeschrieben werden und hätte zur Folge, dass der Einsatz dieser Risko-Produkte in Österreich deutlich reduziert würde.

Untersuchungen der Universität Leipzig wiesen Glyphosat im Urin bei Menschen aus Berlin nach, die keinen direkten Kontakt zur Landwirtschaft hatten. Sie fanden das Totalherbizid in allen Proben. "Laut den Herstellerangaben baut sich Glyphosat angeblich schnell ab und hätte demnach gar nicht im menschlichen Urin zu finden sein dürfen. Die Fakten sprechen eine andere Sprache. Hier haben wir definitiv Handlungsbedarf", stellt Pirklhuber fest.

Derzeit ist es vollkommen unklar, welche Mengen an Glyphosat, die österreichischen KonsumentInnen über die unterschiedlichen Pfade der Nahrungskette konsumieren. "Ich habe bereits im Juli 2011 einen Entschließungsantrag im Parlament eingebracht, der ein Lebensmittel-Screening auf Glyphosat-Rückstände fordert. Wir müssen uns dringend Gedanken über die Summenbelastung der wir Menschen ausgesetzt sind machen. Deshalb habe ich den Gesundheitsminister aufgefordert, auf Grundlage der neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse eine Risikobewertung vorzulegen. Anstatt zu handeln, wurde unser Antrag in einen Unterausschuss verwiesen", sagt Pirklhuber.

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