KPMG-Studie: Geschäftsmodell österreichischer Banken auf dem Prüfstand

Linz (OTS) - 11. Februar 2013. Die aktuelle Einschätzung der wirtschaftlichen Situation im Bankensektor ist wenig optimistisch. Zwei Drittel der Top-Manager von Banken in Österreich und CEE sehen für 2013 ein noch schwierigeres wirtschaftliches Umfeld als 2012. Flache Zinskurven und Kosten für Regulatorien halten Erträge und Profitabiliät auf niedrigem Niveau. Die gängigen Geschäftsmodelle werden einer harten Prüfung unterzogen, das zeigt die aktuell erschienene KPMG-Studie Banking Executive Survey 2012.

Top-Manager von 110 Bankinstituten in Österreich, Tschechien, Ungarn, Polen, Rumänien und der Slowakei nahmen an der Studie teil. Zwar schätzt der Großteil der Befragten die Situation des Banken-sektors besser ein als jene anderer Branchen. Dennoch geben 66 Prozent an, dass die Situation 2012 schlechter war als 2011 und rechnen auch für 2013 mit keiner Verbesserung. Nur ein knappes Drittel der Befragten sieht 2013 eine leichte Verbesserung. "Unsere Analysen zeigen eine starke Korrelation zwischen Wirtschaftswachstum und Wachstum von Krediten und Einlagen der Kunden - ein Prozent Wirtschaftswachstum steht dabei für ca. 1,6 Prozent Wachstum von Einlagen und ca. 1,8 Prozent Wachstum bei Krediten", sagt KPMG-Partner Alexander Lippner.

Betriebserträge der Banken seit 2008 rückläufig

Die Betriebserträge der österreichischen Banken sind seit 2008 rückläufig. Auch für 2013 rechnen nur 25 % der Befragten mit steigenden Erträgen, 29 % gehen von gleich bleibenden Erträgen aus und 46 % erwarten weiter sinkende Erträge. Viele der befragten Banken haben auf diese Ertragsentwicklungen mit Cost-Cutting-Projekten reagiert, nur wenige mit einer Expansionsstrategie und Ertragssteigerungen. "Der strategische Fokus liegt nach wie vor auf Kosteneinsparungen und Fokussierung profitabler Kundensegmente, Märkte und Produkte. Auch Outsourcing von Bereichen, die nicht zum Kerngeschäft zählen, steht häufig auf der Agenda", sagt KPMG-Partner Alexander Lippner.

Neue Regularien: weiterhin starker Einfluss auf Erträge und Kosten

Hinzu kommt eine Vielzahl an neuen und komplexen Regularien für Banken, die eine Überprüfung und Neuausrichtung des Geschäftsmodells erfordern. Die regulatorischen Anforderungen drücken auf die Erträge, steigern die Kosten und üben somit enormen Druck auf Profitabilität aus.

Liquiditätsversorgung hat Vor-Krisen-Niveau noch nicht wieder erreicht

Nur ein Viertel der Befragten schätzt die Liquiditätssituation besser als im Vorjahr ein. Der Großteil sieht keine Veränderung bzw. eine noch schwierigere Liquiditätsversorgung. Das aktuell tiefe Zinsniveau wird sich in den nächsten Jahren kaum verändern, mit Kundeneinlagen werden (bereinigt um Liquiditätsprämien) negative Margen erreicht. Die Aktivmargen sind dabei allerdings nur geringfügig gestiegen. Die schwierige Liquiditätsversorgung bei gleichzeitig höheren Eigenkapital-anforderungen erschweren die Kreditvergabe. "Der 'War for savings' wird trotz eines Zinsniveaus beinahe an der Nulllinie weitergeführt, um die für die Refinanzierung notwendigen Einlagen zu erhalten", sagt KPMG Senior Manager Arno Schreiber. Auch frisches Kapital zur Erfüllung von Eigenkapitalquoten ist schwieriger zu bekommen als in den Vorjahren.

Konsolidierung am österreichischen Bankenmarkt noch nicht abgeschlossen

Während Manager in CEE die Konsolidierung weitestgehend abgeschlossen sehen, erwarten Österreichs Manager (63 %) eine weitere Konsolidierung. Lippner: "Österreich ist nach wie vor 'overbanked' -in kaum einem anderen Land gibt es eine so hohe Anzahl an Bankstellen und so viele selbständige Banken wie hier. Wir sehen langfristig zwei bis drei nationale Player und einige Regionalbanken. Das gesamte Geschäftsmodell der Banken steht auf dem Prüfstand."

Die vollständige Presseaussendung sowie die Studie finden Sie unter kpmg.at/presse.

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