Massive Ungleichheiten auf dem Immobilienmarkt

Starke Preisanstiege in den Städten, Sinkflug auf dem flachen Land

Wien (OTS) - Starke Preisveränderungen prägen derzeit den österreichischen Immobilienmarkt. Urbane Gebiete mit guter Infrastruktur steigen teilweise weiter stark an. Immobilien in abgelegenen, ländlichen Gebieten verlieren dagegen zum Teil massiv an Wert, wie der aktuelle Immobilienpreisindex ImmoDEX von IMMOBILIEN.NET zeigt.

Hoch im Kurs stehen derzeit vor allem Eigentumswohnungen in den Ballungszentren. Wie die Immobilienmarktanalyse für 2012 von IMMOBILIEN.NET zeigt, entwickelt sich neben Wien und seiner Umgebung der oberösterreichische Zentralraum Linz-Wels-Steyr zu einem neuen preislichen Hotspot. Das wirtschaftliche Herz Oberösterreichs weist mit Bevölkerungswachstum und starken Preissteigerungen auf eine weitere Agglomerationsbildung hin. Für gebrauchte Eigentumswohnungen muss man im Bezirk Linz-Land im Schnitt mittlerweile 24 Prozent mehr bezahlen also noch 2011. In der Stadt Wels sogar um über 30 Prozent mehr. Bei den Einfamilienhäusern liegt die Stadt Steyr mit 26 Prozent Wertzuwachs innerhalb eines Jahres sogar an der Spitze in ganz Österreich. "Gute Infrastruktur in den Bereichen Verkehr, Kultur und Bildung ziehen viele Menschen an. Ebenso die Industrie und Wirtschaft, die vielfältige Arbeitsplatzmöglichkeiten bietet", erklärt Alexander Ertler, Geschäftsführer von IMMOBILIEN.NET, die starken Preissteigerungen. Auch im Einzugsgebiet der Stadt Salzburg, in den Bezirken Hallein und St. Johann im Pongau, gab es 2012 Wertzuwächse im zweistelligen Prozentbereich.

Immobilienpreise im ländlichen Raum stürzen ab

Eine völlig gegensätzliche Entwicklung erlebt derzeit Kärnten. In den ländlichen Gebieten im Süden von Österreich gibt es teilweise kräftige Preisstürze. Eigentumswohnungen in den Bezirken Klagenfurt-Land und Villach-Land verloren 2012 im Durchschnitt knapp 19 Prozent an Wert. Auch bei den Einfamilienhäusern führt Kärnten die traurige Spitze des Preisverfalls an. In den Bezirken St. Veit/Glan, Feldkirchen und Wolfsberg haben Häuser in den vergangenen 12 Monaten zwischen 8 und 12 Prozent an Wert verloren. Auch einige der nördlichen Grenzregionen in Ober- und Niederösterreich, sowie Teile der Südoststeiermark, sind vom Wertverfall bei Immobilien betroffen. Der Bezirk Gmunden erlebte 2012 einen Preisrückgang von 10 Prozent bei gebrauchten Eigentumswohnungen, Hollabrunn ein Minus von 4 Prozent. Im Bezirk Feldbach wurde ein durchschnittlicher Verlust von 9 Prozent verzeichnet. "Aktuell zeigt sich ein neuer Trend in Österreich. Der Run auf Immobilien hat sich verändert. Es wird nicht mehr alles was vier Wände und ein Dach hat gekauft. Die Menschen suchen gezielt nach guten Lagen, guter Infrastruktur, guten Lebenschancen. Der ländliche Raum kann das in vielen Gebieten in Österreich nicht liefern. Deswegen sinkt dort die Nachfrage nach Immobilien und die Preise stürzen ab", erläutert Alexander Ertler die starken Wertverluste.

Wien: Schmerzgrenze bei 5.000 Euro pro m2 erreicht

In der Bundeshauptstadt gibt es weiterhin dramatische Preissprünge. Im Vergleich zu 2011 stiegen in der Leopoldstadt, Mariahilf, Hernals und in der Brigittenau die Preise für gebrauchte Eigentumswohnungen im Schnitt zwischen 11 und 12 Prozent. Für das gesamte Stadtgebiet wurde eine durchschnittliche Preissteigerung von 5,7 Prozent errechnet. Bei den neu gebauten Eigentumswohnungen im innerstädtischen Bereich gibt es einen fast schon seltsam anmutenden Lichtblick. Quadratmeterpreise von 5.000 Euro scheinen die Schmerzgrenze der Wiener zu sein. Alle Bezirke die 2011 über dieser Grenze lagen sind mittlerweile wieder knapp darunter gefallen. Ausnahme bildet der 1. Bezirk. Dort gibt es traditionell keine echten Preisobergrenzen, wie der durchschnittliche Quadratmeterpreis von mehr als 9.200 Euro zeigt.

Starke Unterschiede in den Bundesländern

Im Burgenland gibt es einen der stärksten Wertzuwächse in Österreich. Bei gebrauchten Eigentumswohnungen führt das östliche Bundesland das bundesweite Ranking mit 12,1 Prozent Preissteigerung. Bei den Einfamilienhäusern gibt es ein Plus von 6,3 Prozent. Starke Zuwächse gibt es bei Wohnungen auch in Tirol, plus 9 Prozent. Die Preise für Häuser sinken dagegen im Westen um 5,1 Prozent. Hier scheint eine Grenze des Leistbaren erreicht. Ähnliche Tendenzen gibt es in der Steiermark. Ein Plus von 7,3 Prozent bei Eigentumswohnungen aber ein Minus von 0,5 Prozent bei Einfamilienhäusern. Letzteres liegt aber am vergleichsweise unattraktiven Angebot. In Niederösterreich gibt es einen Preisanstieg von 5,9 Prozent bei Wohnungen und ein Plus von 5,7 Prozent bei Häusern. In Oberösterreich zeigt die Preistrend ebenfalls nach oben. Wohnungen werden im Schnitt um 6,5 und Häuser um 6,2 Prozent teurer. Beinahe das gleiche Bild in Salzburg. Wohnungen plus 6,4, Einfamilienhäuser plus 4,1 Prozent. Im Ländle gibt es mit 2,6 Prozent einen leichten Anstieg bei den Wohnungen und mit 7,4 Prozent einen starken bei Häusern. In Kärnten gibt es mit 0,4 Prozent plus bei Wohnungen eine Stagnation und einen Preisverfall bei Häusern um 3,4 Prozent. Betrachtet man ganz Österreich, dann steigen die Wohnungs- und Hauspreise sehr ähnlich um knapp 5 Prozent im Schnitt, und damit doppelt so stark wie die allgemeine Inflationsrate.

Ztwl.: Mieten in Österreich stagnieren

Ganz im Gegensatz zu aktuellen Diskussionen gibt es keine Mietpreisexplosionen in Österreich. Bundesweit liegt die durchschnittliche Preissteigerung auf dem freien Mietmarkt in Österreich bei 1,5 Prozent 2012. Zieht man die Inflation ab, sinken die Mieten real sogar um 0,9 Prozent. Auch in Wien, traditionell eine der teureren Städte für Mietwohnungen, liegen die Preise mit 9,9 bis 11,2 Euro pro Quadratmeter, je nach Qualität und Lage, im Schnitt deutlich unter vergleichbaren Metropolen in Mitteleuropa. In Hamburg liegen die Mietpreise im Durchschnitt zwischen 11,5 und 14,9 Euro und in München bei 12,1 bis 14,1 Euro pro Quadratmeter.

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ImmoDEX: Immobilienindex für ganz Österreich

Basis für die Bewertung der Entwicklungen auf dem heimischen Markt ist die systematische Erhebung aller Angebotsdaten auf www.immobilien.net. Das Ergebnis ist eine erstmals für ganz Österreich ausgewertete Preisübersicht für alle Wohnimmobilienarten. Der ImmoDEX unterscheidet sich von ähnlichen Publikationen dadurch, dass er auf realen Angebotspreisen beruht, nicht auf Schätzungen oder Befragungen. Eine Neuheit ist die Angabe von Preisbandbreiten pro Bezirk und Immobilienart in Form von Quartilspreisen zusätzlich zum Median. Dadurch wird eine weitaus genauere Einschätzung der realen Preise möglich.

Die umfassende Publikation ist auf www.immobilien.net/immodex bestellbar. Unterlagen für Journalisten sind kostenfrei unter www.immobilien.net/presse erhältlich.

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