"profil": Mehr als die Hälfte der Mitglieder der Akademie der Wissenschaften waren NS-Parteigänger

Zum ersten Mal legt die Akademie ihre NS-Verstrickung offen

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, wird die Österreichische Akademie der Wissenschaften zum 75. Jahrestag des "Anschlusses" eine Studie veröffentlichen, in der sie ihre NS-Verstrickung aufarbeitet. Demnach war mehr als jedes zweite Akademie-Mitglied Angehöriger der NSDAP, der SS oder Parteianwärter. 21 jüdische Wissenschafter, unter ihnen drei Nobelpreisträger, waren von der Akademie ausgeschlossen worden. Als neuer Akademie-Präsident war der prominente Historiker Heinrich Srbik, ebenfalls NSDAP-Mitglied und Hitler-Bewunderer, 1938 von den NS-Machthabern an die Spitze der Gelehrtengesellschaft gestellt worden. Seit 1941 war die Akademie auch in die "Rassenforschung" involviert und initiierte Schädelvermessungen an Kriegsgefangenen.

Nach 1945 wurde die Mitgliedschaft ehemaliger Nazis "ruhend" gestellt, 1950 waren alle, selbst ein ehemaliger SS-Hauptsturmführer, wieder in Amt und Würden. Die Historikerin Heidemarie Uhl resümiert:
"Ob sich die Akademie bei der Integration der ehemaligen Nazis im mainstream der Gesellschaft befand oder darüber hinausging ist offen."

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