Neues Volksblatt: "Ärztemangel" von Michael KALTENBERGER

Ausgabe vom 8. Februar 2013

Linz (OTS) - Mit dem Druck aus Oberösterreich für eine Medizinische Fakultät an der Linzer Kepler-Uni verstärkt sich auch der Widerstand. Dass die etablierten Universitäten dagegen sind, war zu erwarten, schließlich geht es um einen zusätzlichen Bewerber am finanziellen Gabentisch. Noch dazu aus einem Land, wo man schon jetzt nicht müde wird, vorzurechnen, dass nur fünf Prozent des gesamten Uni-Budgets des Bundes nach Oberösterreich fließen - was viel zu wenig und damit auf Dauer nicht haltbar ist.
Das Argument gegen die Mediziner-Ausbildung in Oberösterreich ist typisch österreichisch: Zu was brauch ma des? Gerade gestern hat der Wirtschaftsforscher Karl Aiginger die Notwendigkeit mit dem Argument bestritten, es gebe gar keinen Ärztemangel. Womit er recht und unrecht hat. In Wien, wo der Herr Aiginger wahrscheinlich zum Arzt geht, gibt es mit 7,3 Ärzten pro 1000 Einwohner wirklich keinen Mangel, während die Oberösterreicher mit 4,2 Ärzten auskommen müssen - im Schnitt, auf dem Land schaut es noch einmal anders aus. Und den Menschen dort ist es egal, ob die Ärzte in Wien einander auf die Zehen steigen, wenn es im Ort keinen Hausarzt mehr gibt; vom Kinderarzt ganz zu schweigen!
Daher werden die Oberösterreicher weiter um ihre Medizin-Fakultät kämpfen, ob es den Aigingers der Republik passt oder nicht. Weil nicht nur die Wiener ein Recht auf eine ordentliche ärztliche Versorgung haben.

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