Bundesschülervertretung: Schülerinteressen müssen im Unterricht eine Rolle spielen

Nach Umfrage-Ergebnissen müssen konkrete Schritte gesetzt werden

Wien, 7. Feber 2012 (OTS) - Die kürzlich veröffentlichte BSV-Umfrage zeigt, dass 87 Prozent der Schüler den Lehrstoff als sinnlos erachten und sich rund 50 Prozent der Schüler durch den Schulalltag demotiviert fühlen. Bundesschulsprecher Felix Wagner erachtet diese Zahlen als dringendes Warnsignal und präsentiert zwei Schlüsselforderungen als Lösung: die modulare Oberstufe und endlich eine Verbannung des reinen Frontalunterrichts aus den Klassen.

"Von zehn befragten Schülern sprach sich jeder siebente dafür aus, dass die Schüler ab der neunten Schulstufe ihre Fächer teilweise selbst aussuchen dürfen. Die Schüler empfinden keineswegs alles als sinnlos, was ihnen in der Schule näher gebracht wird - sie wollen nur die Möglichkeit haben, sich ihren Interessen entsprechend einzubringen. Man kann nicht jedem Schüler das fix-fertige Lehrstoffkorsett umschnallen und dann erwarten, dass er von allen Inhalten hellauf begeistert ist", erklärt Wagner.

Daher fordert die Bundesschülervertretung die Einführung der sogenannten modularen Oberstufe. Das Konzept umfasst in diesem Fall Basis- und Wahlmodule. In den Basismodulen werden gekürzte Basics vermittelt, um eine Allgemeinbildung zu gewährleisten. Darüber hinaus werden vertiefende oder weiterführende Angebote eingeführt - die Wahlmodule. Laut dem BSV-Konzept müssen bis zur Matura 14 Module bzw. können maximal 24 dieser Wahlmodule zusätzlich zu den Basismodulen absolviert werden.

"Wenn sich die Schüler so ihren eigenen Fähigkeiten entsprechend bilden können, wird das Empfinden, was die Sinnhaftigkeit betrifft, sich grundlegend ändern. Wenn ich etwas gut kann und interessant finde, kann ich mir auch gut vorstellen, damit später mein Geld zu verdienen und habe mehr Spaß am Lernen", so Wagner.

Die Umfrage der BSV ergab, dass sich nur rund die Hälfte der Schüler durch die Schule gut auf das Leben vorbereitet fühlt. Das Modulsystem fördert Eigenverantwortung und steigert so das Selbstbewusstsein der Schüler bezüglich ihres weiteren Lebenswegs.

Zusätzlich geben nur vier von zehn Schülern an, dass sie aus reinem Frontalunterricht in der Schule viel mitnehmen. Daher fordert die Bundesschülervertretung den verstärkten Einsatz von Projektunterricht bzw. fächerübergreifendem Unterricht. "Auch hier gilt es anzusetzen. Die Schule hat sich in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich verändert, doch der Unterricht ist diese Veränderung nicht vollständig mitgegangen. In einer Schulklasse im 21. Jahrhundert müssen auch anderen Unterrichtsformen eine Rolle spielen", stellt Wagner klar.

Die BSV ist die gesetzlich gewählte Vertretung der österreichischen Schülerinnen und Schüler. Sie besteht aus 27 Landesschulsprechern und zwei Sprechern der Zentrallehranstalten. Der derzeitige Bundesschulsprecher Felix Wagner kommt aus der Österreichischen Schülerunion.

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