Die vielen Ichs ... (von Claudia Grabner)

Ausgabe 6. Februar 2013

Klagenfurt (OTS) - Heute sitzen sie wieder zusammen - und sie werden so weit voneinander entfernt sein, wie es ihre nationalen Eigeninteressen fordern. Sie werden über die Unverschämtheit des jeweils anderen schimpfen - und danach trachten, ihre eigene Unverschämtheit durchzusetzen. Sie werden im Kollektiv nach Einsparung rufen - und jeder wird sein Gegenüber meinen.

Wenn ab heute die EU gipfelt, und die 27 Staats- und Regierungschefs das Unionsbudget bis ins Jahr 2020 beschließen wollen, zeigt sich eines mehr als alles andere: Dass die Grenzen im Kopf, die Eigennutz und Eigensinn errichten, fest verankert sind. Hartnäckig trotzen die Ichs dem Wir.

Niemand in der EU wird nicht wissen, dass es bei diesem Budgetgipfel in Brüssel mehr denn je um die Stärkung der Union, um die Zukunft Europas also, geht. Doch was zählt das Wissen, wenn man glänzen möchte? Zu Hause, bei den Wählern, von denen man Beifall erwartet, wenn man mit Veto droht und nur nicht beigibt. Selbst dann nicht, wenn das Beigeben Größe wäre ...

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