Nahost-Experte Winkler: Patriarch Sako ist "Hoffnungsträger"

Journalistengespräch am Mittwoch in Wien - Manifest Sakos: Kritik an mangelnder Solidarität der Weltkirche mit Christen in Nahost

Wien, 06.02.13 (KAP) Als einen "Hoffnungsträger des orientalischen Christentums" hat der Salzburger Nahost-Experte und Kirchenhistoriker Dietmar Winkler den neuen chaldäisch-katholischen Patriarchen Louis Raphael I. Sako gewürdigt. Sako verfüge "sowohl als Wissenschaftler wie auch als Kirchenführer national wie international über eine große Reputation", sagte Winkler der deutschen "Tagespost". Er habe "den Papst zur Nahostsynode inspiriert", insofern könne er "bei genügend Rückhalt in der eigenen Kirche sicher eine positive Rolle über den Irak hinaus spielen". Der neue chaldäisch-katholische Patriarch ist heute in Wien, wird für ein Journalistengespräch zur Verfügung stehen und um 19 Uhr eine Messe in der Pfarrkirche St. Peter am Leberberg im chaldäischen Ritus zelebrieren.

Das Votum der Synode für Sako deutete Winkler als Richtungswahl:
"Die Synode wollte in jedem Falle einen irakischen Bischof und niemanden etwa aus der amerikanischen Diaspora." Sako stehe für Reformen in der Liturgie und für einen offenen Dialog mit dem Islam. Dies sei innerkirchlich nicht unumstritten. Hinzu kämen, so Winkler, unterschiedliche kirchenpolitische Auffassungen, wie man die christliche Präsenz im Irak am besten sichern könne. Dem Vernehmen nach sollen sich über zwei Drittel der Synodenväter für Sako ausgesprochen haben. Er könne deshalb mit großem Rückhalt rechnen.

Sako selbst hatte zuletzt in einem Ende Jänner veröffentlichten, Aufsehen erregenden Manifest ("Welche Zukunft für die Christen im Nahen Osten?") die Weltkirche zu einer stärkeren Unterstützung der orientalischen Kirchen aufgerufen. Ziel müsse es sein, allen Christen auch im Nahen Osten ein würdiges Leben auf Basis der Menschenrechte zu garantieren. Dem Heiligen Stuhl komme eine "ausschlaggebende Rolle" zu, wenn es darum geht "Christen im Nahen Osten die Möglichkeit eines Lebens im eigenen Land zu garantieren". Wenn man ihre Emigration jedoch fördere, dann werde auch die Uneinigkeit zwischen den orientalischen Kirchen und mit Rom zunehmen.

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