Berlakovich im Vorfeld des EU-Gipfels: Kürzung der Agrargelder handeln nachhaltigem europäischem Wachstum zuwider

Zeichen der Zeit stehen auf Ökologisierung der Landwirtschaft

Wien (OTS) - Die Budgetverhandlungen der EU gehen morgen in die entschei-dende Phase. Die Budgetperiode für die nächsten sieben Jahre wird beschlossen und die Gemeinsame Agrarpolitik auf neue Beine gestellt. Berlakovich: "Über ein Jahr haben wir für eine österreichische Position bei den Verhandlungen zum Finanzrahmen im Sinne der Bäuerinnen und Bauern und des gesamten ländlichen Raums gekämpft. Die Position ist ganz klar: eine ausreichende Dotierung der Ländlichen Entwicklung hat für Österreich die höchste Priorität. Wenn die EU jetzt die Mittel für die Landwirtschaft kürzt, handelt sie ihren eigenen Werten zuwider. Die geplanten Kürzungen sind ein Kurswechsel, der gegen die Intention eines nachhaltigen europäischen Wachstums ist. Die Prioritäten müssen überdacht werden, denn die Zeichen der Zeit stehen auf Ökologisierung und Nachhaltigkeit und nicht auf Agroindustrie," so Berlakovich heute vor heimischen Journalisten.

Vor knapp drei Jahren hat sich die EU mit ihrer Wachstumsstrategie "Europa 2020" ambitionierte Ziele gesteckt. Durch intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum soll die EU zukunftsfit gemacht werden und ein wichtiger Player im internationalen Wettbewerb bleiben. Die Gemeinsame Agrarpolitik der EU (GAP) ist eine tragende Säule dieser Strategie. Das hat die Europäische Kommission immer wieder betont. Zahlreiche Arbeitsplätze hängen direkt und indirekt davon ab. Berlakovich dazu: "Die Herausforderungen unserer Zeit lauten Umwelt, Klima und Ernährungssicherheit. Es ist die Landwirtschaft, die darauf Antworten liefern kann. Deshalb sage ich ganz klar: Die Landwirtschaft hat Zukunft. Österreich hat den richtigen Weg bereits eingeschlagen, jetzt muss auch die EU Kurs halten." Österreich zeigt eindrucksvoll vor, wie die Landwirtschaft zur Erreichung der 2020-Ziele beitragen kann. Mit dem österreichischen Agrarumweltprogramm ÖPUL ist es gelungen, die flächendeckende, bäuerliche und ressourcenschonende Landwirtschaft weiter zu forcieren. Dadurch wird der Erhalt der Produktionsmittel Boden, Wasser und Luft über Generationen hinweg gesichert und somit ein solides Fundament für nachhaltiges Wachstum geschaffen. Berlakovich weiter: "Das ist von grundlegender Bedeutung, denn eine intakte und saubere Umwelt ist das wichtigste Kapital für eine produzierende Landwirtschaft. Deshalb sind die Pflege der heimischen Kulturlandschaft und der Schutz der Biodiversität zentrale Eckpfeiler." Dadurch werden auch wertvolle Arbeitsplätze in z. T. strukturschwachen Regionen gesichert.

"Europa muss international handlungsfähig und wettbewerbsfähig bleiben. Es braucht eine starke Gemeinsame Agrarpolitik mit entsprechender finanzieller Ausstattung und inhaltlicher Ausrichtung. Das Beispiel Österreich zeigt deutlich vor, dass es vor allem die flexiblere zweite Säule ist, die Innovationen in Richtung Nachhaltigkeit und Beschäftigung auslöst. Sie lässt Spielraum, um das tatsächlich vorhandene Potential der einzelnen Regionen wirklich voll auszuschöpfen. Kürzungen bei der Ländlichen Entwicklung hätten verheerende Folgen - nicht nur für die Bäuerinnen und Bauern, sondern für die gesamte Gesellschaft. Das muss die EU erkennen. Wenn die EU die Gelder für die Ländliche Entwicklung kürzt, schneidet sie sich schlussendlich ins eigene Fleisch. Wir wollen die gleichen Mittel wie bisher. Die Zahlungen sind wichtig - jeder einzelne Cent ist eine Investition in die Zukunft unseres Landes," so Berlakovich abschließend.

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