Auer: Bauernbund gibt keine Zustimmung zur Kürzung der Agrargelder

Jeder Cent, der nicht in Brüssel abgeholt wird, käme Österreich teuer zu stehen

Wien (OTS) - "Die EU-Budgetverhandlungen sind ein Moment von historischer Tragweite für die österreichische Landwirtschaft. Weil der Ausgang dieses Gipfels so existenziell wichtig für die Bäuerinnen und Bauern in unserem Land ist, sind wir in höchster Alarmbereitschaft", skizziert Bauernbund-Präsident Jakob Auer die Stimmungslage am Vorabend des Finanzgipfels. "Wir erwarten von Bundeskanzler Werner Faymann, dass er seine Zusage, das gleiche Geld wie bisher für die Landwirtschaft in Brüssel abzuholen, einhält", sagte Auer. An der Sicherung der Bauerngelder und einer ausreichenden Finanzierung der Zweiten Säule - der Ländlichen Entwicklung - führe kein Weg vorbei. "Vom Bauernbund gibt es keine Zustimmung zu einer Kürzung der Agrargelder", legt deren Präsident die Verhandlungsposition einmal mehr fest. "Ein Streichkonzert bei den Agrargeldern wollen wir am Freitag sicher nicht hören." Eine umwelt-und bergbauernorientierte Landwirtschaft gäbe es nur mit der bewährten Kombination der Direktzahlungen sowie einer ausreichend dotierten Zweiten Säule, für die Österreich in ganz Europa als Vorzeigemodell hochgehalten werde. "Zur absoluten Priorität Ländliche Entwicklung hat sich die gesamte Bundesregierung bereits im November ausdrücklich bekannt", erinnert Auer an das Gipfeltreffen zwischen dem Bundeskanzler und der heimischen Agrarspitze, bei dem die Österreich-Position festgezurrt wurde.

Kofinanzierung im bisherigen Ausmaß 50:50 beibehalten

"Österreich erspart sich gar nichts, wenn es weniger Geld aus dem EU-Budget abholt", erklärt Auer zum System der Kofinanzierung. Jeder Euro, der für Bergbauern- und Umweltprogramm aus der EU kommt, wurde bisher durch einen Österreich-Euro aufgestockt. "Damit hat Österreich jeden Euro an Förderung in Brüssel effektiv abgeholt und gleichzeitig seinen Nettozahlerstatus verbessert. An dieser Erfolgsformel wollen wir festhalten", so Auer. "Geld verschieben von der Ersten Säule in die Zweite wäre nur Budgetakrobatik, das lehne ich ab", sieht der Bauernbund-Präsident keinen Sinn darin, Budgetlücken in der Ersten Säule aufzureißen, um in der Zweiten Löcher zu stopfen.

EU-Kürzung müsste national kompensiert werden

"Auch wenn wir die Piste aus dem ersten Rennen schon kennen und Signale haben, dass der Lauf ähnlich gesteckt sein wird, wollen wir keine Überraschungen bei der Ländlichen Entwicklung erleben", betont Auer. "Jede Kürzung käme Österreich nämlich teuer zu stehen. Denn alles was nicht in Brüssel abgeholt werden kann, müsste aus dem nationalen Budget kompensiert werden", warnt der Bauernbund-Präsident vor den Folgen einer sturen Sparstift-Politik.
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