Fußballwetten: Pirker/Becker fordern Straftatbestand Wettmanipulation

Gestriger EU-Gesetzesvorschlag gegen Geldwäsche nicht ausreichend

Brüssel, 06. Februar 2013 (ÖVP-PD) Die Einführung eines neuen EU-weiten Straftatbestandes der Wettmanipulation fordern die ÖVP-Europaabgeordneten Hubert Pirker und Heinz K. Becker heute in Straßburg. "Der jetzt aufgeflogene Wettskandal zeigt, dass die bisherigen Sonntagsreden nicht ausreichen. Wir brauchen konkrete Maßnahmen, um die Integrität des Sports in Europa gegen die wachsende Kriminalisierung zu verteidigen. Wettmanipulation muss Straftatbestand im Bereich des organisierten Verbrechens werden und europaweit geahndet werden", so die beiden ÖVP-Parlamentarier. ****

ÖVP-Sicherheitssprecher Pirker begrüßt den gestrigen EU-Gesetzesvorschlag zur Bekämpfung von Geldwäsche. "Sportwetten sind erstmals von der EU-Anti-Geldwäsche-Richtlinie erfasst. Das geht in die richtige Richtung, ist aber nicht ausreichend. Wettmanipulation muss daher als Straftatbestand in die EU-Gesetzgebung aufgenommen werden", so Pirker. Becker bedauert, dass die bisherigen
Forderungen des Sportausschusses des EU-Parlaments ignoriert worden seien: "Als vor zwei Jahren der 'Aktionsplan Sport 2011-2014' verabschiedet wurde, war die Integrität im Sport und der Kampf gegen Doping und Wettbetrug in aller Munde. Tatsächlich wachen die Mitgliedsstaaten aber eifersüchtig über ihre Sportkompetenzen. Das muss aufhören. Veralterte Strukturen gehören aufgebrochen. Wir brauchen eine europäische Regelung und eine globale Kooperation", so Becker.

Becker, Bildungs- und Sportsprecher der ÖVP im Europaparlament, sieht eine grundsätzliche Gefahr: "Wenn jetzt nicht schnell und entschieden gehandelt wird, verliert der Sport seine Glaubwürdigkeit und damit seine gesellschaftliche Funktion als Bindeglied über Alters- und Sozialgrenzen hinweg", so Becker. "Geld aus Drogengeschäften und Menschenhandel wird organisiert über Sportwetten gewaschen", erläutert Pirker. Der für Sport zuständige Ausschuss des EU-Parlaments hatte 2011 vorgeschlagen, vor allem Online-Wetten besser zu regulieren, Wettanbieter EU-weit zu registrieren, ein maximales tägliches Wettvolumen für einzelne Spieler festzulegen und am Sport beteiligten Personen die Wettteilnahme grundsätzlich zu verbieten. Seit dem Inkrafttreten des Lissabon-Vertrags im Dezember 2009 hat die EU auch eine Zuständigkeit für Sport. "Im Sport ist es längst zu spät für rein nationale Lösungen", so Becker abschließend.

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