ORF-"matinee" am 10. Februar mit Verdi, Wagner und 50 Jahre musikalische Fernsehgeschichte

"Viva Verdi"-Buchautor Georg Titscher zu Gast im Studio

Wien (OTS) - Als Auftakt zum Verdi- und Wagner-Jubiläumsjahr 2013 im ORF-Fernsehen präsentiert Peter Schneeberger in der "matinee" am Sonntag, dem 10. Februar 2013, ab 9.05 Uhr in ORF 2 eine neue Dokumentation über die beiden Musikgiganten, deren Geburtstage sich heuer zum 200. Mal jähren Barbara Pichler-Hauseggers Film "König und Rebell - Giuseppe Verdi und Richard Wagner" zeigt, dass die beiden Komponisten, die augenscheinlich nichts verbindet außer dasselbe Geburtsjahr und ihr Beruf, doch mehr gemeinsam haben, als man denkt. Anschließend, um ca. 9.30 Uhr, ist der Internist, Psychotherapeut und Autor Dr. Georg Titscher zu Gast im Studio, der in seinem Buch "Viva Verdi" seine Analysen auf die psychologischen und sozialen Beziehungen der Tonkünstler konzentriert. Danach widmet sich die Sendung dem spannenden Thema Musik im Fernsehen: Die Dokumentation "Musik macht Fernsehgeschichte" um ca. 9.40 Uhr zeigt auf, dass gerade dieses Medium die klassische Musik einem sehr breiten Publikum nähergebracht hat. Die bewährten "Kulturtipps" um ca. 10.35 Uhr beschließen die "matinee" am Sonntag.

"König und Rebell - Giuseppe Verdi und Richard Wagner" (9.05 Uhr)

Giuseppe Verdi und Richard Wagner: Zwei Musikgiganten, die - ihren Charakter, die musikalische Sprache und auch das überlieferte Bild betreffend - bei oberflächlicher Betrachtung nicht viel verbindet. Doch eine genauere Analyse lohnt und zeigt erstaunliche Querverbindungen. So waren beide im selben Jahr in Wien. 1875 hat Wagner in der Hofoper seinen "Tannhäuser" und "Lohengrin" aufgeführt; nur wenige Monate zuvor hatte Verdi mit seinem "Requiem" und "Aida" ebendort triumphale Erfolge gefeiert. Zwei Meister am Zenit ihres Schaffens genießen die Qualitäten der Musikstadt Wien. Getroffen haben sie einander aber nicht - mit Absicht?

"è matto", er ist verrückt, meint Verdi trocken, nachdem er die "Tannhäuser"-Ouvertüre, seine erste Begegnung mit Wagners Musik, gehört hat. Wagner hat wohl auch Musik von Verdi gekannt (zum Beispiel hat er nachweislich dessen "Requiem" in Wien gehört), dazu aber schlicht geschwiegen, zumindest öffentlich! Nicht so seine Frau Cosima, der vor Empörung über diese italienische Musik "physisch übel wird", wie sie notiert.

Ausgehend von den Aufenthalten in Wien, von Fakten und Anekdoten, die sich darum ranken, werden Charakterstudien der beiden gefeierten und auch umfehdeten Komponisten entworfen.

Wagner, einer der großen Egozentriker, der Jünger um sich scharte und sein eigenes Universum baute, musste allerdings 1864 Wien fluchtartig verlassen. Zurückgeblieben ist ein hoher Schuldenberg - und seine "Putzmacherin". Diese hat ihn auch noch in den folgenden Jahren mit Morgenröcken und Samtbaretten versorgt, angefertigt nach genauesten Angaben des Meisters.
Verdis Eitelkeit ist ebenfalls unbestreitbar, wenngleich nicht so vordergründig.

Auch der Perfektionismus eint beide Komponisten. An die 50 Proben genügen Wagner nicht, um seinen "Tristan" in Wien uraufzuführen. Der Meister reist unter misslichen Bedingungen ab, das Werk gilt als nicht aufführbar. Verdi wiederum probt in Wien energisch und, ohne seine musikalischen Ideen zurückzuschrauben, praxisorientiert. Bei einer Probe zu "Aida" konnte der Dirigent der Bühnenmusik Verdis Taktschlag nicht genau sehen, Haupt- und Nebenorchester harmonierten nicht. Kurzerhand erweiterte Verdi mit seinem eigenen Taschenmesser die in der Dekoration befindliche Öffnung.

Briefzitate erzählen authentisch von den Lebensumständen und (musik-) ästhetischen Ansichten. Zu Wort kommt Eberhard Straub, Historiker und Autor des Buches "Wagner und Verdi".

"Musik macht Fernsehgeschichte" (9.40 Uhr)

Schon seit der Erfindung des Fernsehens gehören Musiksendungen aller Genres zum fixen Bestandteil der Programme. Ob Live-Event oder Dokumentation, ob Konzert oder Oper - das Fernsehen hat gerade die klassische Musik für alle Gesellschaftsschichten geöffnet und so einem Millionenpublikum zugänglich gemacht. Bei vielen einzigartigen Veranstaltungen mit berühmten Künstlern von Glenn Gould bis Plácido Domingo waren auch immer Fernsehkameras dabei und so sind auf diese Weise viele sonst unwiederbringliche Momente für die Ewigkeit festgehalten worden. Reiner E. Moritz unternimmt in seiner faszinierenden Dokumentation eine spannende Reise durch die vergangenen 50 Jahre Fernsehgeschichte und bietet ein vergnügliches Wiedersehen aus Produktionen mit Igor Strawinsky, Leonard Bernstein, Herbert v. Karajan, Luciano Pavarotti, Anna Netrebko, Jonas Kaufmann, Plácido Domingo, Pierre Boulez, Franz Welser-Möst u. v. a. mehr. Mit Kommentaren von Regisseuren und Produzenten wie David Attenborough, Herbert Kloiber, Brian Large, Ewald Markl u. a.

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