Geschäftserwartungen ziehen OeKB Geschäftsklima-Index Mittelosteuropa leicht nach oben

Aktuelle Geschäftslage auf Vorquartals-Niveau - Verbesserte Konjunkturerwartungen

Wien (OTS) - Die Jänner-Erhebung des OeKB Geschäftsklima-Index Mittelosteuropa deutet auf eine leichte Verbesserung der Geschäftsentwicklung in den nächsten sechs Monaten in der Region hin. Die befragten Direktinvestoren sehen die aktuelle Performance ihrer Niederlassungen zwar noch auf dem Niveau des Vorquartals, die Erwartungen in Bezug auf die zukünftige Geschäftsentwicklung sind etwas optimistischer als noch im Oktober 2012.

Der quartalsweise errechnete Geschäftsklima-Index Mittelosteuropa der Oesterreichischen Kontrollbank basiert auf den Einschätzungen und Erwartungen von rund 400 Headquarter, die von Österreich aus ca. 1.500 MOE-Beteiligungen steuern. Für die aktuelle Befragung liegt der Indexwert des Geschäftsklimas (2007=100) mit 83,4 etwas über dem Oktober-Wert von 82,2. Die Direktinvestoren haben vor allem ihre Erwartungen für die Geschäftsentwicklung in den kommenden sechs Monaten hochgeschraubt. So steigt der Indexwert der Geschäftserwartungen von 80,9 im Oktober auf 83,7 im Jänner. Die Aktuelle Geschäftslage ihrer MOE-Beteiligungen bewerten die Headquarter hingegen im Vergleich zum Oktober unverändert: Der Jänner-Wert bleibt mit 83,2 exakt auf dem Niveau von Oktober 2012.

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Verbesserte Konjunkturerwartungen

Optimistischer als Ende 2012 fallen laut aktueller Erhebung die Einschätzungen der Direktinvestoren zum Konjunkturverlauf in den kommenden zwölf Monaten aus. Der betreffende Index steigt im Jänner auf 79,8 (Oktober 75,6). Bemerkenswert ist, dass die befragten Headquarter für die betrachteten Staaten der Region eine positivere Konjunkturerwartung hegen als im Quartal davor. Eine Verbesserung der Wirtschaftsentwicklung wird insbesondere in Russland, Rumänien sowie in Polen erwartet.

Etwas positiver als noch vor drei Monaten äußern sich die Befragungsteilnehmer im Jänner auch bezüglich des Ausbaus bestehender Beteiligungen: Der Index der Erweiterungsinvestitionen für MOE insgesamt liegt mit 86,8 etwas über dem Oktober-Wert (85,5) und weist damit auf eine vorsichtige Expansion in der Region hin. Konkret sollen in den nächsten zwölf Monaten 15 % der Unternehmensbeteiligungen ausgebaut werden, 9 % stehen vor einem Abbau und rund 76 % der Standorte bleiben unverändert.

Auffallend sind dabei die regionalen Unterschiede: Vor allem in Russland, in Polen und in der Ukraine soll die künftige Marktpräsenz erhöht werden, während sie in Bulgarien und in geringem Ausmaß auch in Bosnien-Herzegowina, in Kroatien und in Slowenien zurückgefahren werden soll.

Bereitschaft für Neuinvestitionen geht weiter zurück

Die Bereitschaft der Direktinvestoren zur Erschließung neuer Märkte ist im Jänner 2013 neuerlich gesunken und erreicht mit insgesamt 30 für die Region geplanten Markteintrittsprojekten den tiefsten Stand seit Jänner 2011 (29 Neuinvestitionsprojekte). Zum Vergleich: In den wirtschaftlichen "Boom-Jahren" 2007 und 2008 wurden von den Headquarter für die Region Mittelosteuropa bis zu 187 neue Projekte geplant. Offenbar konzentrieren sich die Direktinvestoren bei ihren Investitionsstrategien momentan eher auf ihre bestehenden Niederlassungen. Wichtigste Zielländer für Neuinvestitionen sind Serbien und die Ukraine. Jeweils 13 % der Markteintrittsprojekte sollen in diesen beiden Ländern realisiert werden.

Rumänien hängt Bulgarien ab

Äußerst unterschiedlich werden von den Erhebungsteilnehmern die Zukunftsperspektiven ihrer Beteiligungen in den beiden Nachbarländern Rumänien und Bulgarien eingeschätzt. Während die Erhebungsergebnisse zur Aktuellen Geschäftslage für beide Länder jeweils unter den Oktober-Werten liegen, sind die Geschäftserwartungen für Rumänien sehr positiv, für Bulgarien eher verhalten.

Die Wirtschaftsentwicklung in Rumänien wird im Jänner von den Direktinvestoren, auch auf Grund der seit den Wahlen im Dezember 2012 gestiegenen politischen Stabilität, deutlich freundlicher beurteilt als in Bulgarien, das erst im Frühsommer ein neues Parlament wählen wird.

Der Optimismus in Bezug auf Rumänien schlägt sich vor allem in den Indexwerten zu Geschäftserwartungen und Konjunktur nieder: Der Index der Geschäftserwartungen steigt im Jänner, verglichen mit der letzten Erhebung, von 77,2 auf 83,2, der Konjunkturindex klettert von 72,9 auf 78,2. Für Bulgarien sind die Befragungsergebnisse deutlich weniger erfreulich. So erhöht sich der Wert für den Konjunkturindikator lediglich geringfügig von 65,4 auf 65,8, der Wert für den Indikator der Geschäftserwartungen fällt von 78,0 auf 77,6.

Stimmungstief in der Energie- und Wasserversorgungswirtschaft

Eine deutliche Abwärtsentwicklung ist für die Energie- und Wasserversorgungswirtschaft zu bemerken. Sie reiht sich im Branchenvergleich sowohl bei der Aktuellen Geschäftslage, als auch bei den Geschäftserwartungen und demgemäß beim Geschäftsklima am unteren Ende der Ranglisten ein. Vor allem die Aktuelle Geschäftslage wird von den Befragungsteilnehmern deutlich schlechter eingestuft als noch im Oktober 2012. Der entsprechende Indikator sinkt von 73,7 auf 67,2 und markiert damit einen neuen Tiefstand seit Beginn der Geschäftsklima-Erhebungen im Frühling 2007. Per Saldo haben sich jedoch die Geschäftserwartungen für die Energie- und Wasserversorgungswirtschaft leicht verbessert. Daher liegt der Indikator für das Geschäftsklima im Jänner nur wenig unter dem Wert von Oktober 2012. Hinsichtlich der Konjunkturerwartungen sind die Energie- und Wasserversorger zu Jahresbeginn 2013 pessimistischer als noch vor drei Monaten. Demgemäß wird für 44 % der Unternehmen vor Ort eine Verkleinerung oder ein Abbau in Betracht gezogen, lediglich 9 % der Beteiligungen stehen vor einem Ausbau.

Der OeKB Geschäftsklima-Index Mittelosteuropa (MOE) basiert auf vierteljährlichen Primärerhebungen unter rund 400 Entscheidungsträgern von MOE-Headquarter mit Sitz in Österreich, die zu rund 1.500 ihrer Unternehmensbeteiligungen in Mittelosteuropa befragt werden. Erhoben werden die Einschätzungen der Direktinvestoren zur Aktuellen Geschäftslage sowie deren Erwartungen hinsichtlich der Geschäftsentwicklung in den Unternehmensbeteiligungen vor Ort (Geschäftsklima), Expansions- und Investitionsstrategien der Unternehmen in MOE, Beurteilungen der Standortqualität Österreichs als Brückenkopf für das Mittelosteuropa-Geschäft und schließlich Einschätzungen zur allgemeinen Wirtschaftsentwicklung in der Region.

Der OeKB Geschäftsklima-Index Mittelosteuropa bietet differenzierte Analysen nach Ländern, Branchen und Unternehmensgrößen. Als Ergebnis stehen der Wirtschaft Frühindikatoren zur Verfügung, die praxisnahe Aussagen und Prognosen unter anderem. über den Geschäftserfolg von Direktinvestoren in einzelnen Ländern Mittelosteuropas und in der Gesamtregion ermöglichen.

Über die OeKB

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