Schuldzuweisungen zu EU-Gehältern lenken von den wichtigen Budgetverhandlungen ab

Veröffentlichte Zahlen vergleichen Äpfel mit Birnen

Wien (OTS) - "Die aktuelle Berichterstattung darüber, dass EU Beamte mehr verdienen als die deutsche Kanzlerin ist empörend", sagt die Europaabgeordnete Dagmar Roth-Behrendt (S&D, DE), Berichterstatterin des Europäischen Parlaments zur Reform des Beamtenstatuts. "Die Zeitungen, die einen Vergleich zwischen den Gehältern der deutschen Kanzlerin, Präsidenten oder nationalen Abgeordneten gebracht haben, hätten im Vorfeld gründlicher recherchieren sollen, bevor sie Äpfel mit Birnen vergleichen."

Die Europäische Kommission hat gestern die Ungenauigkeit der Vergleiche belegt. Die Tabelle, die in der "Welt am Sonntag" publiziert wurde, vergleicht:

- die monatlichen Bruttogehälter - ohne Zulagen - von unverheirateten, kinderlosen deutschen Politikern und Beamten, die in Deutschland beschäftigt sind, ohne jegliche Vorrückungen oder Sonderzahlungen zu berücksichtigen,

mit

- dem monatlichen Bruttogehalt - mit Zulagen - von verheiratetem EU-Personal, das im Ausland beschäftigt ist, mit einem Kind und in der überhaupt höchstmöglichen Gehaltsstufe.

Weiters wurde in der Berichterstattung nicht erwähnt, dass deutsche Beamte im Gegensatz zu ihren EU-Kollegen ein 13. Monatsgehalt erhalten und im Unterschied zu EU-Beamten keine Pensionszahlungen leisten. Diese machen bei EU-Beamten 11,6% aus.

"Kein EU-Beamter verdient mehr als Frau Merkel. Das ist schlichtweg unwahr", unterstreicht Dagmar Roth-Behrendt. "Die Welt hat selbst über das Einkommen der Kanzlerin im Mai 2012 berichtet."

"In der letzten Phase der Verhandlungen über das langfristige EU Budget ist es wichtig, dass man nicht in die Falle billiger Schuldzuweisungen an die öffentliche Verwaltung tappt", sagt Frau Roth-Behrendt. "Populismus ist bei den Verhandlungen um den mehrjährigen Finanzrahmen nicht zielführend. Man sollte im Kopf behalten, dass die Verwaltungsausgaben der EU lediglich 6% des gesamten EU Budgets ausmachen".

"Auch wenn man das Ziel der Einsparungen nicht aus dem Kopf verlieren sollte, braucht die EU dennoch, gerade in Zeiten der Krise, eine hochqualifizierte, moderne und effiziente Verwaltung um den Herausforderungen der Krise zu entgegnen.", so Dagmar Roth-Behrendt.

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