Anstatt über den Fachkräftemangel zu jammern: Betriebe sollen Jugendlichen eine Chance geben

Linz (OTS) - Auf der einen Seite steigt die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen, auf der anderen Seite beklagt die Wirtschaft einen Fachkräftemangel. "Ziel muss es sein, dass alle Jugendlichen eine Chance auf Ausbildung und gute Beschäftigung bekommen", sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Die Verantwortung darf nicht länger zwischen Betrieben, Schulen und der Politik hin und her geschoben werden.

Im Jänner 2013 waren 12.611 Jugendliche im Alter zwischen 15 und 24 Jahren entweder arbeitslos (7561), in einer Schulung (4417) oder auf Lehrstellensuche (633). Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Anzahl der arbeitslosen Jugendlichen um 8,3 Prozent, überdurchschnittlich hoch fiel der Anstieg (plus 11,9 Prozent) bei den 20- bis 24-Jährigen aus. Für sie ist die Arbeitsmarktsituation besonders prekär.

13,7 Prozent dieser Altersgruppe hatten im Durchschnitt der Jahre 2009 bis 2011 maximal einen Pflichtschulabschluss. Das sind rund 12.000 junge Erwachsene aus Oberösterreich. In Salzburg und der Steiermark ist dieser Anteil bedeutend geringer. Aufgrund der Dominanz der dualen Ausbildung in Oberösterreich wirken sich die hohen Abbruchs- und Durchfallquoten der Lehrausbildung besonders deutlich auf das Qualifikationsniveau aus.

Um mehr Beschäftigungschancen für Jugendliche zu ermöglichen, wurde vor drei Jahren im "Pakt für Arbeit und Qualifizierung" vereinbart, dass bis zum Jahr 2015 der Anteil der Jugendlichen ohne Ausbildung unter zehn Prozent gesenkt werden soll. "Ohne massive Anstrengungen wird dieses Ziel klar verfehlt", befürchtet AK-Präsident Kalliauer.

Ansetzen müssen die Anstrengungen bereits präventiv im Schulsystem. Verschränkte Ganztagesschulen können einen wesentlichen Beitrag leisten, indem die zusätzlichen zeitlichen Ressourcen für eine individuelle Förderung genutzt werden. Am Übergang von der Schule in den Arbeitsmarkt müssen Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik besser verknüpft werden. Eine stärkere Koordination von Jugendarbeit, Betrieben, Kommunen und Vereinen ist notwendig.

Betriebe müssen Jugendliche mit Unterstützungsbedarf fördern. Um dafür Anreize zu schaffen, sollen die Förderungen nicht pauschal, sondern nach qualitativen und lösungsorientierten Kriterien vergeben werden. Innovative Ausbildungsmodelle und Lernformen, wie zum Beispiel die Produktionsschulen oder das Zentrum für individuelle Berufsvorbereitung ZIB-Hagenmühle in Kirchham, müssen ausgebaut werden.

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