AK: Körperschaftsteuer ist für Verländerung der Steuer ungeeignet

Steuer-Wettbewerb zwischen Ländern führt am Ende zu weniger Steuereinnahmen und würde zu enormem Verwaltungsaufwand führen

Wien (OTS) - "Mehr Besonnenheit in der Debatte um die Steuerhoheit der Länder", fordert die AK. Ausgerechnet die Steuer, die am wenigsten für eine Verländerung geeignet ist - die Körperschaftsteuer - wird jetzt immer wieder ins Spiel gebracht. "Das aber ist genau der falsche Weg", sagt der Leiter der AK Abteilung Steuerpolitik, Otto Farny. "Dann haben wir in Österreich das, was schon in vielen Ländern der EU ein Problem ist: nämlich ein Steuer-Wettbewerb. Am Ende führt das für die Länder zu weniger Einnahmen, weil sie sich gegenseitig unterbieten", warnt Farny. Und die Unter-nehmen tragen noch weniger zum Steueraufkommen bei als bisher.

Der AK Steuerexperte empfiehlt sich einen Blick in die Schweiz. Dort brauchen die Firmen wegen der in den Kantonen unterschiedlichen Körperschaftsteuer bei allen kan-tonsüberschreitenden wirtschaftlichen Aktivitäten ein Zuteilungsrecht für die Besteuerung. Das führt am Ende zu einem hohen verwaltungstechnischen Aufwand für die Steuerbehörden und die Unternehmen.

Würde man das beim bestehenden äußerst komplexen österreichischen Steuerrecht machen, würde das einen enormen und teuren Verwaltungsmehraufwand bedeuten, den alle SteuerzahlerInnen mitbezahlen müssen, ein administrativer Supergau. Die Länder hätten außerdem nicht das hochqualifizierte Personal, das man zur Administration der Körperschaftsteuer bei international agierenden Konzernen braucht. Es spricht alles da-für, die Körperschaftsteuer in der EU zu harmonisieren und sie nicht in den Bundeslän-dern zu atomisieren.

Auch den Vorschlag, die Grundsteuer den Gemeinden gänzlich zur Regelung zu überlassen, führt aus Sicht der AK vor allem zu hohen Verwaltungskosten. "Die Grundsteuer muss reformiert werden, aber auf der Bundesebene", so Farny. "Wenn die Gemeinden die Grundstücke selbst nach eigenen Regeln bewerten müssten, brauchen wir das Wort Bürokratieabbau nicht mehr in den Mund nehmen. Dann schaffen wir neue, aufwändige Verwaltungsvorgänge.

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