Flüchtlingsball fordert verantwortungsvolle Flüchtlingspolitik ein

19. Wiener Flüchtlingsball am 8. Februar im Wiener Rathaus - Es gibt noch Karten!

Wien (OTS) - Die Proteste der AsylwerberInnen vor und in der Votivkirche zeigen, wie prekär und inhuman die Situation von Asylsuchenden ist. Die von der Politik bislang gesetzten Schritte, wie eine minimale Anhebung der Grundversorgung, reichen bei weitem nicht, um die unmenschliche Situation von Asylsuchenden in Österreich zu ändern. "Mit dem Flüchtlingsball am 8.2. im Wiener Rathaus ruft das Integrationshaus zur Solidarität mit Asylsuchenden auf und fordert eine verantwortungsvolle Flüchtlingspolitik ein, die faire und rechtsstaatliche Asylverfahren garantiert und menschenwürdige und qualitätsvolle Aufnahmebedingungen schafft. Dazu gehören die geforderten Standards in der Grundversorgung endlich umgesetzt und ein Zugang zum Arbeitsmarkt nach längstens 6 Monaten. Asylsuchende müssen endlich in ihren Chancen und Rechten gestärkt werden", fordert Andrea Eraslan Weninger, Geschäftsführerin des Integrationshauses und lädt zum Feiern und Solidarisieren auf den Flüchtlingsball ein. Die Situation von Asylsuchenden in Österreich ist nach wie vor geprägt von extremer Armut, Restriktionen und Ausgrenzungen. "Es ist höchste Zeit, 20 Jahre nach dem Lichtermeer menschenwürdige Bedingungen für AsylwerberInnen in Österreich zu schaffen. Viele unserer Forderungen decken sich mit den Forderungen der protestierenden Flüchtlinge in der Votivkirche, denen unsere Solidarität aber auch Sorge um ihren Gesundheitszustand gilt! Nun ist die Politik gefordert, hier echte Lösungen anzubieten", appelliert Willi Resetarits, Ehrenvorsitzender des Integrationshauses, der die Gäste am Flüchtlingsball begrüßen wird.

Nach wie vor erreicht lediglich ein geringer Teil der Flüchtlinge Europa. Weltweit sind nach Angaben des UNHCR 43 Millionen Menschen auf der Flucht. Millionen Menschen leiden unter Krieg, Verfolgung und Folter. Sie sehen keine andere Chance für Ihr Überleben als die Flucht. In vielen Herkunftsstaaten der Flüchtlinge ist nicht mit einer baldigen Verbesserung der Menschenrechtslage zu rechnen. "Österreich sollte sich daher für ein solidarisches, qualitätsvolles Aufnahmesystem für Flüchtlinge in Europa einsetzen, anstatt am unmenschlichen, restriktiven Dublin-System festzuhalten. Asylrecht muss wieder Schutz bedeuten!" fordert Eraslan- Weninger.

In Österreich fehlen Mindeststandards für die Unterbringung von Asylsuchenden, die respektvolle und menschenrechtskonforme Lebensbedingungen sicherstellen. Sehr viele der im Rahmen der Grundversorgung bereitgestellten Unterkünfte sind vollkommen ungeeignet, es mangelt an professioneller sozialarbeiterischer Betreuung, der Möglichkeit, sich das Essen selbst zuzubereiten, und oft werden Asylsuchende in abgelegenen Gasthöfen jahrelang ohne entsprechende Infrastruktur untergebracht. Es gibt ein sehr rigides System der Disziplinierung und Sanktionierung anstatt eines adäquaten Betreuungssystems. Zusätzlich wird das private Wohnen durch die viel zu geringe staatliche Unterstützung total erschwert. Ganz besonders vom Betreuungs- und Versorgungsmangel in der staatlichen Grundversorgung betroffen sind minderjährige Flüchtlinge, AlleinerzieherInnen, Traumatisierte, Schwangere, Ältere und Kranke.

Asylsuchende sind in Österreich, mit wenigen Ausnahmen, während der oft jahrelang dauernden Asylverfahren zur Arbeitslosigkeit verurteilt. Das Ausländerbeschäftigungsgesetz vom 1.5.2004 ermöglicht zwar AsylwerberInnen prinzipiell den Zugang zum Arbeitsmarkt 3 Monate nach der Asylantragstellung im Rahmen der Ausländerbeschäftigung. Dieser Zugang wird jedoch gleichzeitig durch einen Durchführungserlass des BMASK auf Saison und Erntearbeiten eingeschränkt. Die Möglichkeit der Erwerbsarbeit als unteilbares Menschenrecht muss endlich auch AsylwerberInnen zugänglich gemacht werden. Die einzige politisch sinnvolle Lösung ist daher die Aufhebung des Bartenstein Erlasses und ein voller Arbeitsmarktzugang für Asylsuchende nach längstens 6 Monaten nach Asylantragstellung. "Es ist so unsinnig erwachsene Menschen, die für sich selbst sorgen können, jahrelang zum Nichtstun zu verurteilen", empört sich Willi Resetarits.

Im Integrationshaus leisten die MitarbeiterInnen tagtäglich qualitätsvolle, hochprofessionelle Beratungs-, Betreuungs- und Bildungsarbeit. "Ob in unseren Wohngemeinschaften, im Wohnheimbetrieb, in der Beratung oder im Bildungsbereich - das Integrationshaus bemüht sich, dort, wo der Mangel groß ist, die benötigte Hilfe zur Verfügung zu stellen. Insgesamt können pro Jahr mehr als 3.000 Personen im Integrationshaus Unterstützung finden. So arbeiten wir seit mehr als 17 Jahren konsequent und entschlossen rassistischen Tendenzen entgegen und setzen uns entschlossen für den Schutz von Asylsuchenden ein", betont Eraslan-Weninger. Die Einnahmen aus dem Flüchtlingsball kommen zur Gänze den Flüchtlingen im Integrationshaus zu Gute.

Auf zwei Live-Bühnen treten MusikerInnen aus aller Welt auf, die ihren Lebensmittelpunkt nun aber in Wien gefunden haben. Internationale Highlights 2013 sind Bongo Botrako aus Barcelona und die ungarische Gruppe Budapest Bár. Bongo Botrako kommen aus Barcelona. Im Oktober 2010 erschien ihr erstes Album mit dem Titel "Jeden Tag geht die Sonne auf". In nur dreieinhalb Jahren haben Bongo Botrako seitdem mehr als 190 Konzerte auf der ganzen Iberischen Halbinsel und in Frankreich gespielt. Nun kommen sie erstmals nach Österreich! Rumba, Reggae, Ska, Punk und vor allem Freude ohne Grenzen machen die Musik von Bongo Botrako aus. Komplexe Melodien, Texte über den Positivismus, herzliche Lieder und Nachrichten, die über Grenzen zu gehen, sind der Inhalt. Budapest Bár ist ein berauschender musikalischer Cocktail aus Gypsy-Virtuosität und Rock'n'Roll Energie. Bestehend aus einer sehr populären Gypsy-Band, die sich mit herausragenden Sängern und Sängerinnen aus der ungarischen Rock, Underground und Jazz Szene verbündet, evoziert Budapest Bár den mondänen Stil und die Coolness einer vergangenen Epoche.

19. Wiener Flüchtlingsball
Wiener Rathaus
8. Februar 2013
Einlass: 20:00
Beginn: 21:00
Infos auf: www.integrationshaus.at

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Nikolaus Heinelt
Öffentlichkeitsarbeit
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