Höhere Duale Schule: WK Tirol und Land Tirol präsentieren die Bildungsinnovation des Jahres

Die Höhere Duale Schule setzt die klassische Berufsausbildung auf eine ganz neue Ebene.

Innsbruck (OTS) - Bildung ist die beste Zukunftsaktie und der Grundstein für eine funktionierende und erfolgreiche Wirtschaft. "Einen wesentlichen Beitrag zu unserem Wohlstand und dazu, dass wir in Tirol die niedrigste Arbeitslosigkeit in der EU haben, trägt die Duale Ausbildung, die Lehre bei", hält WK-Vizepräsident Martin Felder fest. Ebenso wichtig wie die Lehre an sich ist die Veränderung und Anpassung an die aktuellen Erfordernisse und Bedürfnisse. "Mit der Höheren Dualen Schule ist uns eine solche Weiterentwicklung an die Bedürfnisse der Jugend und der Wirtschaft perfekt gelungen", sagt Felder weiter.

Die Innovation besteht darin, dass aufbauend auf eine spezielle Ausbildung in der Polytechnischen Schule eine vertiefte kaufmännische Ausbildung in der Berufsschule mit der Vorbereitung auf die Matura im WIFI kombiniert wird. Durch die Integration des Unternehmerführerscheins und eines betreuten Auslandsaufenthalts werden die persönlichen Kompetenzen der Jugendlichen zusätzlich erweitert.

Der neue Schulversuch, die Höhere Duale Schule, ist eine Österreichpremiere und gemeinsame Initiative von Wirtschaftskammer Tirol, Land Tirol und Landesschulrat Tirol. Der Schwerpunkt der Ausbildung liegt im Bereich Wirtschaft, womit dem großen Bedarf nach Führungskräften, Unternehmern und Unternehmensnachfolgern Rechnung getragen wird. "Wir brauchen in unserem Land perfekt ausgebildete Fachkräfte mit einem starken und fundierten wirtschaftlichen Hintergrund. Fachleute, die dank ihrer guten Ausbildung den elterlichen Betrieb übernehmen, selbst ein Unternehmen gründen wollen oder ganz einfach Karriere als Führungskraft machen wollen", erklärt Felder.

Laut aktueller Lehrlingsstatistik haben sich im Vorjahr wiederum 50 Prozent der Jugendlichen für eine Lehrausbildung entschieden. "Ein Zeichen dafür, dass die Lehre trotz der demografischen Entwicklung nichts an Attraktivität verloren hat", hält Bildungslandesrätin Beate Palfrader fest. Im Gegenteil: Neue Berufsbilder, modulare Ausbildung, verstärkte Berufsorientierung, Lehre und Matura und die damit erreichte Durchlässigkeit bis zum Hochschulstudium haben die Lehre deutlich attraktiver gemacht. Dazu Landesrätin Palfrader: "Dem Land Tirol war es seit jeher ein Anliegen, nicht nur die Lehrbetriebe zu unterstützen, sondern auch optimale Rahmenbedingungen für die begleitende schulische Ausbildung zu schaffen. In Zeiten einer immer stärker werdenden wirtschaftlichen Konkurrenz ist es umso wichtiger, dass unsere Lehrlinge nicht nur eine gute praktische Ausbildung erhalten, sondern auch ein fundiertes Grundlagenwissen mitbringen, um in der Berufswelt erfolgreich bestehen zu können."

Die Kombination von praktischer Ausbildung in einem Unternehmen, theoretischer Beschulung in der Berufs- und Polytechnischen Schule sowie im WIFI ist deshalb auch für Bildungslandesrätin Beate Palfrader eine ideale Ergänzung, "denn das Wichtigste ist doch, dass wir unseren Kindern die bestmögliche Ausbildung anbieten, damit sie in der Berufswelt erfolgreich bestehen können."

Die Höhere Duale Schule baut auf bereits bestehenden Säulen auf, die aufeinander abgestimmt und in einem einheitlichen Gesamtkonzept integriert sind. Dadurch können Doppelgleisigkeiten vermieden und die bereits vorhandenen Ressourcen optimal genutzt werden. Die Polytechnische Schule und die Fachberufsschulen rücken näher zusammen, die Lehrplaninhalte werden aufeinander abgestimmt, um Zeit für zusätzliche Qualifikationen zu gewinnen.

"Die Kombination von berufsspezifischen Kompetenzen und allgemein bildenden Schlüsselpositionen zeichnen diesen Schulversuch aus", sagt Hans Lintner, amtsführender Präsident des Landesschulrates. Ebenso wichtig ist Lintner der im Schulversuch integrierte Auslandsaufenthalt, "welcher einen wichtigen Beitrag zur Sprachförderung und Internationalisierung ist und gleichzeitig den Horizont und die Berufsaussichten der Jugendlichen erweitert." Auch der gemeinsamen Bestrebung der Tiroler Sozialpartner und des Landesschulrates nach einer Verbesserung der Berufsorientierung trägt die neue Höhere Duale Schule bereits Rechnung. "Mittels Potenzialanalyse werden die indiviuellen Talente der jungen Menschen entdeckt und entsprechend gefördert", erklärt Lintner.

Der öffentliche und staatlich anerkannte Schulversuch startet im Herbst 2013. Die Ausbildung beginnt in der 9. Schulstufe und dauert fünf Jahre. Nach dem Abschluss halten die erfolgreichen Absolventen einen Lehrabschluss, die Berufsreifeprüfung (Matura) und die Unternehmerprüfung in Händen.

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WIFI Tirol, Mag. Charlotte Matt, T: 0590905-7319, charlott.matt@wktirol.at, www.hdtirol.at

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