Neues Volksblatt: "Mündige Bürger" (von Michael Kaltenberger)

Ausgabe vom 2. Februar 2013

Linz (OTS) - Viel ist die Rede vom mündigen Bürger, aber in der Praxis ist es damit nicht mehr weit her. Kaum ein Tag vergeht, an dem uns nicht eine Politikerin oder ein Politiker erklärt, was gut für uns ist. Und weil es immer uneinsichtige und undankbare Menschen gibt, die den Wert der Forderung nicht erkennen wollen, muss ein Gesetz her; und zwar rasch.
Als Bürger kann man da nur sagen: Gott schütze uns vor jenen, die es gut mit uns meinen!
Wie weit es die Gutmeiner treiben, haben uns die roten Kinderfreunde mit ihrer Kampagne gegen die Lieblingskostüme der Kinder im Fasching vorgeführt. Prinzessin oder Cowboy sollten durch Müllmänner und -frauen oder KranfahrerInnnen ersetzt werden.
Nichts gegen diese und andere wichtige Berufsgruppen - deren Mitglieder sich vielleicht wundern, warum ihre Berufsbekleidung plötzlich ein Faschingskostüm sein soll. Aber sei's drum. Hoffentlich sagt den Kindern niemand, dass solche Vorschläge von Politikern kommen, sonst besteht nämlich die Gefahr, dass schon den Kleinen die Politikverdrossenheit eingeimpft wird, weil sie Bevormundung mit Politik gleich setzen.
Zum Glück dauert der Fasching heuer nicht lang - dann ist auch mit dieser Dummheit wieder Schluss. Und wenn die Kampagne den einen oder anderen zum Nachdenken gebracht hat, ob man wirklich jedem alles vorschreiben muss, dann hat sogar dieser Unsinn sein Positives.

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